Overblog Folge diesem Blog
Administration Create my blog
17. März 2017 5 17 /03 /März /2017 16:27

Ja, da war ein Maulwurfshaufen, der den Faden des Balles und das Spiel der Borussia reißen ließ. Und es stimmt, der Elfer für Schalke war keiner. Dennoch: Borussia führte gegen eine biedere Gelsenkirchener Handwerkertruppe mit 2-0 und wirkte dennoch nie souverän. Es gab neben diesen Ereignissen auch die Instabilität erzeugenden verletzungsbedingten Auswechslungen von Johnson und Kramer. Gründe, das ganze Spiel als tragisch und mehr als unglücklich zu bewerten, gibt es viele. Dennoch: Borussia ist in der Oszillationsbreite von Genie und Wahnsinn, von Hochtempokombinationen und unsicheren Phasen mit Ballverlusten, von Dominanz und Abstinenz gefangen. Das Wort von der Wundertüte passt. Und so ist es keineswegs ausgemacht, dass Borussia das Pokalfinale im Heimspiel gegen Frankfurt erreicht. Es ist gut, dass das Spiel erst in sechs Wochen stattfindet, in der einige Spieler genesen können, aber Hecking vor allem strukturelle Stabilität etablieren kann. Einige Spieler sind an der Grenze zum Bundesliganiveau oder darunter; ein Jantschke ist nicht schnell genug, ein Hahn technisch zu schwach und Drmic hat wohl nur eine gute Phase beim Club gehabt. Schalke war keine Mannschaft, sondern hatte mit Max Meyer, Burgstaller und Co. lediglich gute Einzelspieler, die aber dennoch Borussia unter Druck setzen konnten. Es ist leider so, dass das Borussengefüge in der Breite noch weit von einem Spitzenteam entfernt ist. Hier gilt es nachzurüsten, und die Aufgabe von Max Eberl ist noch lange nicht beendet.

 

Repost 0
10. März 2017 5 10 /03 /März /2017 07:37

Das 1-1 auf Schalke war für Borussia am Ende glücklich, aber es zählt. Und das zählt. Wer Max Eberl nach dem Spiel das Grinsen nur wenig hat unterdrücken sehen, der weiß, dass dem Manager klar war, dass in der Turnhalle kein Traumfußball zu erwarten war. Es ist schwierig, gegen einen Gegner zu spielen, der um die letzte Chance kämpft. Und das an einem Ort, wo die Borussia und der Trainer (Hecking hat mit seinen Vereinen in 11 Spielen nie in Gelsenkirchen gewonnen und nur 2 Remis geholt) selten genug gut aussahen. Es ist also nicht Zeit, zu lamentieren, wie das diverse "Fans" schon wieder tun, sondern das Gute zu sehen. Und da gibt es viele Aspekte:

  • Bei einem Gegentor müssen wir jetzt nicht schon drei schießen, um im Rennen zu bleiben.
  • Auch unter Druck schafft es die Mannschaft, auf Ergebnis zu spielen, wenn auch mit etwas Glück.
  • Yann Sommer hat wieder sein höchstes Niveau erreicht und sollte nur im Elfmeterschießen von Sippel ersetzt werden.
  • Trotz diverser Ausfälle (Kramer, Hazard, Christensen) ging die Stabilität nicht komplett, sondern nur temporär verloren (und wurde schnell wieder gewonnen).
  • Hofmann trifft endlich mal und erweist sich als temporeiche Alternative. Er hat noch viel Potenzial nach oben.
  • Vestergaard wird mehr und mehr zum Chef in der Abwehr, was wichtig ist nach einem Abgang von Christensen. 
  • Dieter Hecking gibt wohltuend nüchterne Leitlinien nach außen vor, schafft es aber, die Mannschaft zu emotionalisieren.

Insgesamt darf man von einem gelungenen Abend in einem spannenden Wettbewerb sprechen. Die Perspektiven bleiben bestehen, auch wenn man das Niveau der anderen Spiele gesehen hat. 

Repost 0
Published by prediger1
Kommentiere diesen Post
5. März 2017 7 05 /03 /März /2017 10:23

Borussias Super-Serie unter Dieter Hecking gibt eine Menge Anlass zur Euphorie. Die Art und Weise, wie die Tore herausgespielt wurden in der zweiten Halbzeit, war großartig. Gerade das 2-1 erinnerte an Kombinationen zwischen Netzer und Heynckes in den Siebzigern. Glücklicherweise war nicht jeder Schuss ein Treffer und ließ Goretzkas wunderschöner Kopfball das Ergebnis für die Gelsenkirchener noch halbwegs erträglich aussehen. Stellen wir uns vor, wir hätten 6-1 gewonnen. Die Favoritenrolle für das Euroleague-Duell wäre gefährlich einseitig verteilt gewesen. So bleiben einige relativierende Faktoren übrig, die Realist Dieter Hecking und sein Co Dirk Bremser sicher einwerfen werden:

  • In Schalke sah Borussia die letzten Jahre meist schlecht aus (vorletztes Jahr sehr unglücklich).
  • Borussia schoss wenige Tore auf Schalke. Dabei sind Auswärtstore in diesem Wettbewerb so wichtig.
  • Bei aller spielerischer Fähigkeit ist Borussias Abwehr nicht so sattelfest, als dass man sich auf ein Zu-Null-Spiel zuhause verlassen sollte.
  • Für Schalke ist es die ultima ratio. Das ist immer eine gefährliche Situation, wenn ein Gegner mit dem Rücken zur Wand steht. Denn fußballerische Fähigkeiten sind beim Gegner definitiv vorhanden.
  • Der Gegner lebt von seiner Identität als "Eurofighter". Sie werden diesen Wettbewerb mit aller Kraft zur Rehabilitation nutzen wollen.

Es ist somit GAR NICHTS entschieden, auch wenn Borussia sich eine leichte Favoritenrolle erarbeitet hat. Heckings Kniff mit Fabian Johnson im Ligaspiel war ein Geniestreich. Hoffentlich fällt ihm wieder Überraschendes ein. 

 

Repost 0
1. März 2017 3 01 /03 /März /2017 19:47

Einfach dolce, was Borussia uns wieder bietet! Ein Hammer, dass im Herbst noch zwei Titel nicht unrealistisch sind. Wir haben es mit einer großartigen Renaissance zu tun. Ich gebe zu, ich habe mich in Andre Schubert geirrt. Er hatte gute Ideen, aber nicht die richtige Ansprache. Was mag Dieter Hecking gemacht haben? Er hat den Führungsspielern ihre Verantwortung klar gemacht - Stindl ist auf einmal der Mann der vorangeht - er hat altverdiente Jungs wieder aufgebaut wie Toni Jantschke - er vertraut einem Yannick Vestergaard, der ein Fels in der Luft, aber manchmal ein Luftikus am Boden ist - er hat Yann Sommer wohl gesagt, dass er einer der besten ist, was er nun wieder zeigt. Der dröge Pädagoge aus Ostwestfalen ist zur rechten Zeit am rechten Ort. Er kann aus der kritischen Saison noch was ganz Großes machen. Will Max da wirklich der Fußabtreter von Wurstkönig und Killerkalle werden? Wohl kaum? Danke Borussia, auch die falsche Raute wurde versenkt!!!

Repost 0
Published by prediger1 - in HSV Pokalsieg Stindl
Kommentiere diesen Post
26. Februar 2017 7 26 /02 /Februar /2017 15:53

 

Es wäre die Chance gewesen, ganz groß zu werden. Lars Stindl, der Superstar von Florenz, hat ein zweifelhaftes Tor geschossen. Er jubelte nicht, weil er wusste, dass es nicht regulär war. Hätte er das angezeigt, hätten das nicht alle verstanden. Aber es wäre echte Größe gewesen. Es hätte eine Art Dankbarkeit für den Segen der letzten Wochen gezeigt. Aber der Druck auf einem Profi, danach Vorwürfe aus dem Umfeld zu bekommen, scheint zu hoch zu sein. Ich persönlich hätte es geschätzt und auf zwei Punkte verzichtet. Denn ich glaube, dass die Fortuna, die Glücksgöttin im Fußball, diese Dinge genau verzeichnet und wir sie hätten milde stimmen können. Was wir hier an zwei Punkten gewinnen, könnten wir durch eklatantes Pech in der 93. Minute in Hamburg oder in den Euroleague-Spielen wieder einbüßen. Jenseits dieser gerechtigkeitsethischen Küchenüberlegungen darf man dennoch mit der gewachsenen Stabilität zufrieden sein; trotz Rotation hat Borussia sich ein Spiel auf Remis-Niveau nach einem Donnerstagseinsatz erkämpft und drei verbucht - Hahns Tor scheint den Sieg posthoc zu rehabilitieren. Leider ist Drmic der Durchbruch eines Erfolgserlebnisses verwehrt geblieben. Aber dennoch kann der gesundete, nun wirklich breite Kader zu einem enormen Wettbewerbsvorteil werden. Schön, dass Yann Sommer wieder großartige Paraden zeigt. Dieser vierte Auswärtssieg in Folge wird von mir dennoch mit gemischten Gefühlen abgehakt. 

Repost 0
23. Februar 2017 4 23 /02 /Februar /2017 21:53

Rüttelt und schüttelt mich: ein surreales Fußballspiel ist an mir fast wie ein diffuser Traum vorübergegangen. Gladbach spielte wie in den letzten Wochen dominant, aber glücklos und schien sich durch die Dramaturgie des Spiels zu wiederholen. Nach einem klasse Konter sprach ich mit Freunden schon wieder von den cleveren Italienern, den man mit schönem Spiel nicht beikommen könne. Als dann Vestergaard stolperte und das 0-2 zuließ, schimpfte ich in meinem privaten Shitstorm über die 14 Millionen für den langen Lulatsch. Doch dann kam Leverkusen II, die neue Auswärtsstärke, eingeleitet durch einen Phantom-Elfer. Aber man braucht mal Glück, um neu wiederbelegt zu werden. Der Elfer als Defillibrator für Borussias Spiel. Dann kam Stindls Stunde. Und Drmic brachte Schwung rein - Borussia kam ins Rollen und siegte in einer historischen Art und Weise, die an das 3-2 bei Arsenal im Jahre 1996 erinnerte. Fantastisch. Leider war ich nicht krankheitsbedingt nicht dabei, aber immer, wenn ich auswärts in Italien oder Spanien dabei war, haben wir nicht gewonnen. Vor diesem Hintergrund kann ich nur feiern und sagen: Unglaublich Jungs, danke für diesen historischen Abend!!!

 

Repost 0
Published by prediger1
Kommentiere diesen Post
14. Februar 2017 2 14 /02 /Februar /2017 09:59

Die Fiorentina ist ein Club mit Flair. Der Ex-Club von Mario Gomez und Luca Toni ist fünf Punkte von der erneuten europäischen Qualifikation entfernt, besiegte Udinese Calcio am Wochenende aber überzeugend.  Der Spanier Borja Valero per Abstauber, Khouma Babacar und Federico Bernardeschi trafen für Violetten. Die Mannschaft ist oberer Durchschnitt mit Potenzial zu mehr; damit ist sie ein wenig weiter als die sich gerade im Kommen befindliche Borussia. Der AC ist zuhause sehr stark, deshalb muss die Borussia vorlegen. In Roma hatten die Mannen aus der Toskana in der Vorwoche vier Stück bekommen. Paolo Sosas Team hat mit Sportiello einen guten Torwart. Der zentrale Midfielder Valero, der Slovenen Josiep Illic und Stürmer Federico Bernardeschi sind gefährliche Offensivspieler, die aus dem Halbfeld heraus gefährlich werden können; Borussias neue Stabilität im Aufbauspiel sollte helfen, diese Tugenden des Gegners zu hemmen.

Ich freue mich, dass mir die Borussia eine Primavera-Tour in die wunderbare Toskana ermöglicht, zumal die Ponte Vecchio sowie die schönen Gärten nur in dieser Jahreszeit begehbar sind; ansonsten ist die Stadt überfüllt. Schön, dass man ohne Abstiegsangst oder beladen wie vor kurzem in Barcelona nun wirklich genießen kann. Avanti, Borussia... Vinciamo queste partite!!!

 

Repost 0
Published by prediger1
Kommentiere diesen Post
8. Februar 2017 3 08 /02 /Februar /2017 11:22

Es ist wohltuend, dass Dieter Hecking der Borussia die Ruhe wieder gegeben hat. Und wie ein erfahrener, souveräner Trainer gerade die Führungsspiraler wieder in die Spur bringt, zeigt der gebürtige Westfale in beeindruckender Weise. Kapitän Stindl geht voran, die Dynamik mit Raffael funktioniert wieder; Kramer wird wieder in seiner Stärke der Balleroberung sichtbar und auch Yann Sommer wirkt wieder kommunikativ und souverän. Dazu baut Hecking mit Jantschke auf Routine und mit Vestergaard auf einen Neuzugang, der gegen Freiburg mal schwach aussah, aber insgesamt zum Abwehrchef wachsen kann. 

Hat André Schubert alles falsch gemacht? Nein, ihm fehlten schlicht die Ergebnisse, aber in entscheidenden Momenten die richtige Ansprache, die die Hierarchie in der Mannschaft gestärkt hätte. Es ist nicht, dass Hecking der Wundermann ist, der den Versager Schubert abgelöst hätte. Aber der Routinier Hecking drehte genau an den richtigen Schrauben, an denen der Fußball-Intellektuelle Schubert aus verschiedenen Gründen - mangelnde Kontinuität, zu hohes Risiko, fehlende Ansprache an Führungsspieler - scheiterte. Es ist gut, wenn Dieter Hecking, der unspektakuläre Pädagoge, genau mit dieser soliden Arbeit weiter macht, die bereits vor seinem Amtsantritt von manchem Fan gefürchtet wurde. 

 

Repost 0
4. Februar 2017 6 04 /02 /Februar /2017 17:17

 

Die Leistung der Borussia gegen Freiburg war alles andere als überzeugend. Aber immerhin verlor die Mannschaft nicht die Nerven, obwohl Freiburg die gefährlichere Mannschaft war. Das Konzept, dass die Defensive zuerst stehen muss, geht auf. Denn ein Rückstand gegen diesen kampfstarken, quirligen Gegner um Grifo und Petersen wäre wohl kaum wettzumachen gewesen. Borussia erzwingt das Glück, und auch zentrale Figuren wie Yann Sommer und Lars Stindl finden zu ihrer gewohnten Form zurück. Das darf die Schwächen nicht verdecken. Yannick Vestergaard ist mehr ein Mann für die Luft, am Boden hatte er mit den wendigen Freiburgern seine liebe Mühe. Aber das Wichtigste ist, dass die Ruhe im Verein wiederhergestellt ist und dass die akute Gefahr, unten reinzurutschen, erst einmal gebannt ist. Und Dieter Hecking ist ein bodenständiger Typ, der sicher vermittelt, dass es gar keinen Grund zum Nachlassen gibt. Gerade in Fürth kann man die Perspektive für die Saison noch erhalten. Und ich freue mich, dass die Fahrt nach Florenz doch mit einer Vorfreude angegangen werden kann!!!

Repost 0
Published by prediger1
Kommentiere diesen Post
28. Januar 2017 6 28 /01 /Januar /2017 19:03

Ehrlich gefragt: wer hat gezweifelt? Ich! Nach sehr gutem Start in Leverkusen wieder vermeidbare Gegentore, dann noch als Doppelpack. Und das nach einem Remis gegen einen abgeschlagenen Tabellenletzten, der von den Böcken sechs eingeschenkt bekam! Da sah nichts mehr nach Hoffnung aus, und ich, bronchial geschwächt, wollte mich unter die Decke verkriechen. Die Leistung stimmte, aber die mangelnde Effektivität ist meist der Grund für Abstiege von begabten Mannschaften. Meine Diagnose, dass der Mannschaft Führungskräfte fehlen, wurde endlich in Frage gestellt. Dieter Hecking scheint die Mutlos-Truppe auswärts richtig angepackt zu haben, denn plötzlich war dieses "Wir haben nichts zu verlieren"-Gefühl da, das Flügel verlieh. Dass nach dem erreichten Remis weiter gestürmt wurde, war eine tolle Sache. Denn endlich diese Serie  zu beenden, die so lähmt, das erforderte endlich mal den Mut zum offenen Visier. Dass sich dieser Mut so spektakulär auszahlte, ist ein Geschenk. Die Mentalität, unbedingt siegen zu wollen, war auch in der darauf folgenden Abwehrschlacht sichtbar.  Dennoch: Man täusche sich nicht: gegen Freiburg geht der harte Kampf um stabile Verhältnisse weiter. Aber es könnten mehrere Knoten geplatzt sein, und Hecking kann erst einmal in ruhigeren Wassern weiter arbeiten. Die Standardschwäche aber sollte schleunigst behoben werden!!!

Der Kapitän ging endlich voran!

 

Repost 0