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15. Mai 2016 7 15 /05 /Mai /2016 22:03
Stranzls Abgang hinterlässt eine große Lücke in der Hierarchie
Stranzls Abgang hinterlässt eine große Lücke in der Hierarchie

Gladbachs Erfolg der letzten halben Dekade hat etwas Wundersames an sich. Er scheint wie vom Himmel gefallen zu sein. Oder er hängt am Namen Favre. Dass neben aller rationalen Planung, die vor allem Max Eberl und dem umorganisierten Vorstand zu verdanken ist, auch Glück dazu gehört, versteht jeder Fan, der Fußball etwas transzendental zu reflektieren versteht. Aber ein ganz zentraler Faktor, der Borussia von Clubs wie Schalke, Stuttgart oder dem HSV unterscheidet, ist die Reife in der Mannschaftsstruktur. Und hier ist die Person Martin Stranzl ganz vorne zu nennen. Neben ihm waren es aber auch solide Leute wie Roooel Browers und Torben Marx, die die Mischung aus Jung und Routiniert vollendet haben. Martin Stranzl war ein Mann, dessen Integrität, Motivation, Kampfgeist und Intelligenz auf und neben dem Platz Großes bewirkt haben. Es wird die Frage sein, wer die Rolle des "Erwachsenen" demnächst einzunehmen versteht. Dass sich ein Granit Xhaka dermaßen entwickeln konnte, ist sicherlich auch diesem reifen Umfeld geschuldet. Eine zentrale Frage für Borussias mittelfristige Zukunft ist die, ob es gelingt, diese Reife in der Mannschaftsstruktur zu konservieren. Man kann nur hoffen, dass Max bei seinen Neuverpflichtungen auch in dieser Hinsicht weiter ein glückliches Händchen beweist...

1. Mai 2016 7 01 /05 /Mai /2016 07:58
Sein Wille und Kampfgeist reißen Borussia mit
Sein Wille und Kampfgeist reißen Borussia mit

Gladbachs Schlussspurt könnte wieder einmal zu einem großen Ziel führen. Es ist schon fantastisch, die nach dem fünften Spieltag der gefühlte erste Absteiger war, zwei Spieltage vor Schluss Platz sechs fast sicher hat. Und die Perspektiven für die CL-Quali sind plötzlich gut, denn die Spiele gegen die Pillen, die schon durch sind und in Darmstadt, die die Power verlässt, sind durchaus gewinnbar. Umso schöner ist es aber, nicht die Weißbierduschen ertragen haben zu müssen. Im Gegenteil, die langen Bayerngesichter taten gut. Wem ist diese emotionale Wende zu verdanken nach der Krise der zwei Auswärtsniederlagen? Es ist André Hahn, der von seinem Namensverwandten Schubert zur rechten Zeit ins Rennen geworfen wurde. Und es war in der zweiten Halbzeit, als ganz nach dem Evangelium, der "Hahn krähte". Es war der Weckruf für den Endkampf um die Champions League. Es ist kein neues Phänomen, dass lange verletzte Spieler am Ende einer Saison mit vollem Akku noch besondere Akzente setzen können.

Ich habe dran geglaubt, dass wir dort was holen. Und ich glaube fest dran, dass wir die Auswärtssieglosserie bei den Lilien beenden. Jedenfalls ist Hahn einer, der mit unbändigem Willen und Schnelligkeit jederzeit zuschlagen kann, bei allen technischen Mängeln, die ihm noch größeren Erfolg (noch) versagen. Schubert hat seine Mannschaft taktisch gut eingestellt, hat die Motivation hochgehalten in Zeiten der schwankenden Ergebnisse und ist ein toller Trainer. Die Langfristperspektive für diese Mannschaft ist sehr gut, zumal wohl Granit Xhaka auch ein weiteres Jahr bleibt. Danke, Borussia, als Münchner tut mir die Tatsache, vier Mal ungeschlagen gegen die Bayern zu sein, besonders gut!!!

24. April 2016 7 24 /04 /April /2016 15:09
Das Wirbeln im Park geht munter weiter
Das Wirbeln im Park geht munter weiter

Das Heimgesicht der Borussia trägt die Handschrift der Ideen von André Schubert. Hohes Tempo, das den Gegner überfordert, ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Die individuellen Fehler, die den Takt stören, sind nicht Sache des Trainers. Aber sie erschweren das Spiel in erheblicher Weise. Der Turbofußball macht das Gesamtsystem insgesamt instabiler; wenn die Stürmer treffen, ist alles in Ordnung. Powerfußball mit Risiko, wenn es funktioniert, wird ein Fest daraus. Wenn es nicht funktioniert, dann gibt es kein Unentschieden, sondern Borussia verliert in der Regel. Manichäistisch nennt man das, alles oder nichts. Es ist spektakulär, aber dennoch sollte Andre Schubert in der Vorbereitung auch einen Schonwaschgang einbauen, der einmal das Sichern eines Remis als strategische Möglichkeit beinhaltet. Besonders freut einen die Entwicklung Andre Hahns. Die lange Verletzung führt dazu, dass sein Akku noch ganz voll ist! Und er spielt für seine Zukunft bei Borussia, meiner Meinung nach brauchen wir so einen schnellen, robusten Mann als Ergänzung zu den filigranen Hazard und Traore. Dahoud und Yann Sommer wieder einmal sehr stark. Das Anlaufen und Stören des Gegners im Mittelfeld hat grundsätzlich gegen die Kraichgauer gut funktioniert. Also: ein Fortschritt gegenüber den beiden schwachen Auswärtsspielen; hoffen wir, dass das Spiel in der Arroganz-Arena unter die Kategorie Ausnahme, nicht Auswärtsspiel fällt. Denn: Strukturell ist unsere Mannschaft fast die einzige, die mit ihrem Tempo und dem richtigen Türöffner gegen Bayern gewinnen kann, ähnlich den Mainzern. Es wäre wieder so eine besondere Fußballgeschichte, wenn Borussia die miese Auswärtsserie ausgerechnet in München beendet und den Bayern die Feier dahoam vermasselt...

20. April 2016 3 20 /04 /April /2016 14:54
Wider die böse Anti-Schubert-Kampagne

Ich halte von der Anti-Schubert-Kampagne in breiten Fankreisen gar nichts. Sie ist meines Erachtens die Folge von Ignoranz, Undankbarkeit und wenig Sachverstand. Klar tut die Auswärtsschwäche weh, aber ich erinnere mich noch an den Herbst, wo ich sofort Platz 15 als Angebot unterschrieben hätte nach den HSV-, Sevilla- und Köln-Spielen. Es gibt genug Gründe, Schubert nachhaltige Effekte zuzutrauen. Er sollte die Chance bekommen, die Mannschaft auf die neue Saison vorzubereiten.

1. Schubert hat Mut zur Nachhaltigkeit. Er hat Elvedi und Christensen weit vorwärts gebracht. Die Abwehr wird auf Dauer ein Prunkstück. Hinteregger war Eberls Problem. Er hat den Mut zur variablen Dreierkette, der manchmal nach hinten losgeht. Aber er hat eine Idee und verfolgt sie. Die Niederlagen sind bis auf in Wolfsburg und 96 NICHT auf seine falschen Taktiken zurückzuführen.

2. Ich sehe die letzten beiden Spiele eher als eine Folge des absurden Schalke-Spiels. Macht Hahn in Ingolstadt das 1-0... Ich finde, Schubert hat genau den Plan, den wir brauchen. Einige der Auswärtsspiele waren überzeugend, aber eben ergebniskritisch. Ich glaube, mit einem falschen Schachzug hätten wir Hannover 96 werden können. So sind wir noch an Europa dran, das ist eigentlich ein Wunder.

3. Schubert tritt selbstbewusst, aber auch lernfähig auf. Er gehört zu der selbstreflexiven Trainergarde. Taktikfehler gehören dazu. Er hat eine routinierte Achse alter Abwehrrecken ersetzt, hat aus wenig in der Hinrunde extrem viel gemacht und muss jetzt neue Hierarchien finden. Das traue ich ihm auf Dauer unbedingt zu.

Und der Weinzierl-Hype ist Wahnsinn. Kumpel aus der Gegend glauben, dass er ein lokales Wunderkind ist, das schnell an seine Grenzen stößt außerhalb der schwäbischen Gemütlichkeit. Nein, so geht es nicht. Das "wo wir herkommen" ist diese Saison ein Bonmot, das mehr als je zuvor seine Berechtigung hat...

16. April 2016 6 16 /04 /April /2016 10:34
Fährt der Bus doch nicht nach Europa?
Fährt der Bus doch nicht nach Europa?

Gladbachs Saison droht ohne Happy End zu enden. Der Graus des Beginns wird durch den Graus kurz vor Saisonschluss ins Bewusstsein zurückgeholt. Was ist passiert? Woher kommt die notorische Auswärtsschwäche der Borussen, die nach glorreichen Heimsiegen und teilweise mit Pech verlorenen Auswärtsspielen nun in eine Ergebnis- und Spielkrise gerutscht sind? Ist der Glaube durch die Schalke-Bestrafung zerstört worden? Null Punkte in Ingolstadt und Hannover lassen jeden Anspruch auf Europa null und nichtig werden. Kann Gladbach jetzt noch einmal aufstehen, Hoffenheim schlagen und dann gar das Wunder von München wiederholen? Es spricht nicht viel dafür. Hat Schubert zu viel experimentiert, indem er Christensen ohne Not aus der Innenverteidigung nach vorne gezogen hat? Oder hätte er Johnson eine Pause geben müssen? Ich glaube nicht, dass es diese Details sind, die den negativen Lauf bewirkt haben, sondern handfeste Einstellungsfragen. Verhandeln gewisse Spieler aus dem Mittelfeld bereits mit anderen Vereinen, ist anderen Spielern schon intern der Abschied nahe gelegt worden? Wir wissen es nicht. Es ist nur zu erkennen, dass nicht mehr mit jener Leidenschaft gekämpft wird, die dieses Team die letzten Jahre ausgezeichnet hat. Es ist notwendig, den giftigen Pilz zu entfernen, bevor auch noch die Euro League verspielt wird.

4. April 2016 1 04 /04 /April /2016 10:37
Hazard ist der Mann der Rückrunde
Hazard ist der Mann der Rückrunde

Das Ermutigende an dem Sieg über Hertha war nicht die Höhe des Ergebnisses, weil so etwas durch Konter immer mal zustande kommen kann. Es war die Erkenntnis, dass die Früchte des Hochtempo- und Hochintelligenz-Fußballs André Schuberts immer sichtbarer werden. Der Mut, auf die jungen Verteidiger zu setzen, zahlt sich durch zunehmende Sicherheit in der Defensive aus. Nachdem der Trainer jetzt aber auch über mehr Außenoptionen verfügt, zeigt sich, dass seine Vision vom Hochtempo-Spiel über die Flügel immer mehr Gestalt annimmt. Dazu kommt: Das Fehlen Raffaels wirkte sich IN DIESEM SPIEL positiv aus. Denn so technisch stark und abschlussstark der Brasilianer auch ist, manchmal verschleppt er das Tempo durch unnötige Dribblings und Ballverluste. Ich will nicht diesen tollen Fußballer in Frage stellen, aber in bestimmten Spielsituationen ist es mit diesem Kader möglich, das Tempo zu erhöhen. Der robuste Hahn kann in Kampfspielen wie in Ingolstadt zu einer Waffe werden wie Traorè mit seinen Dribblings. Hermann wird auch seine defensiven Stärken bald wieder zeigen und ein Mann für die Startelf sein. Und Hazard ist auf dem Weg, die "falsche 9" mit Effizienz zu werden. Das Positive am Hertha-Spiel: Gladbach verfügt über verschiedene strategische Optionen. Damit ist ein dröges 0-1 in Ingolstadt aber noch lange nicht ausgeschlossen. Neben aller Kunst bedarf es immer auch totalen Willens und oft auch einem hinreichend glücklichen Spielverlauf!!!

3. April 2016 7 03 /04 /April /2016 14:58
Fantastisches Startcomeback von André Hahn freut alle
Fantastisches Startcomeback von André Hahn freut alle

Da das Hinspiel das beste Spiel der Borussen in dieser Saison war, war ich sehr zuversichtlich vor diesem Spiel. Und es wurde eine Demonstration. Und die junge Abwehr immer stärker. Es ist einfach so, dass die Schubert-Kritiker gedemütigt da stehen. Denn das Festhalten an den Jungen, die Weiterentwicklung des Pressings und der variable Einsatz von zurückkommenden Spielern wie Hahn, Hermann und Hazard (den drei großen Hs) zahlt sich jetzt aus. Es freut einen, dass der Kämpfer Hahn ein Zeichen setzen konnte und mit seiner Präsenz die Hertha verunsicherte. Zauberfuß Dahoud nutzte den Glücksmoment, der in Schalke so oft fehlte. Ein 5-0 gegen den Tabellendritten ist ein fettes Ausrufezeichen. Und Hertha kann noch einmal in die Krise geraten. Alles gut an diesem Traumsonntag.

Wie unter Favre wird Borussia am Ende der Saison immer stärker. Das macht zuversichtlich. Das Torverhältnis wird besser - das 5-0 war nicht zu erwarten!!! Und die Abstimmung wird stetig besser. Warum soll man so nicht wieder in München gewinnen? Das einzige Desiderat ist es, endlich die Auswärtsmisere zu beenden. In Ingolstadt wird es dreckig, aber für solche Spiele ist der André auch der richtige Mann. Danke, Borussia, wir freuen uns auf die Endphase der Saison!!!

30. März 2016 3 30 /03 /März /2016 11:05
Gegen Swansea zeigte Christensen erstmals sein großes Potenzial
Gegen Swansea zeigte Christensen erstmals sein großes Potenzial

Ich erinnere mich noch an das erste Testspiel mit Andreas Christensen, der in der zweiten Halbzeit in Grassau gegen Swansea mit Elvedi zusammen als Einziges der robusten Spielart der Engländer gewachsen war. Der junge Innenverteidiger erwies sich von Anfang an als vorausschauender, begabter und dennoch körperlich starker Spieler, den heute manche schon mit dem jungen Beckenbauer vergleichen. Es ist eine Augenweide, den jungen Mann spielen zu sehen - nicht nur in der Innenverteidigung. Er kann sofort auf die Sechs umstellen und das Spiel in seiner Gesamtheit lesen und leiten. Das ist ein Riesenpfund, das allerdings die Chance, ihn nach der Ausleihe fest zu verpflichten, gegen null setzt. Chelsea wird sich solch ein überragendes Talent nicht abjagen lassen. Die Chelsea-Connection der Borussia hat etwas für sich, aber die Wiederholung der Causa Torgan Hazard ist in diesem Falle unwahrscheinlich. Chelsea "fordert Christensen zurück" ist eine unsinnige Schlagzeile in semi-seriösen Fußball-Blogs, aber Chelsea macht Max ein Angebot, über das sich nachzudenken lohnt. Der Verein will einen bewährten jungen Verteidiger, Nathan Ake, der für den FC Watford gute Leistungen bringt, Gladbach "schenken", wenn die Borussia Christensen ein Jahr vor Ablauf der Leihfrist zurückgibt. Das ist kein schlechtes Angebot. Aber: im Kontext gesehen scheint das Risiko zu hoch. Gladbach verliert mit Stranzl und eventuell Alvaro internationale Abwehrerfahrung, Browers passt nicht in Schuberts Konzept und Hinteregger ist auch noch keine Bank. Soll Borussia die Innenverteidigung von null auf neu aufziehen? Das ist hochriskant. Ich möchte diese Abwägung nicht treffen müssen. Aber Gladbach zeigt sich wieder mal als attraktives Pflaster für junge Talente - keine ganz schlechte Benchmark!!

19. März 2016 6 19 /03 /März /2016 13:03
Sich selbst schlagen ist eine schmerzhafte Disziplin
Sich selbst schlagen ist eine schmerzhafte Disziplin

Nein, ich will nichts mehr vom schönen Fußball hören. Fußball ist prinzipiell utilitaristisch, nicht ein Haltungsnotensport. Und so macht mich die allvierzehntägliche Litanei von "wir waren besser" narrisch. Eine Ergebniskrise auswärts ist eine Sache auch vom Pech, aber auch von fehlender Cleverness. Das ist einfach so. Ich habe eine spritzige, kreative und sehr aktive Borussia in Schalke gewesen, die dann aber die Spielchen anfing vor dem Tor des Gegners, als ginge es um das schöne Tor. Klar, der Lattenknaller von Dahoud, die Paraden von Fährmann, die überirdisch zu sein schienen - aber dennoch: Donezk hat ohne Spielpraxis dieser schwachen Mannschaft drei eingetütet, wir einen. Und wir haben den Schalker Odonkor laufen lassen und Tore des Slapstick kassiert. Nein, Schönreden hilft da nichts. Denn trotz tollem System wird das Ziel des Sport verfehlt - das Tore schießen und verhindern. Schalke war zu schlecht, wir waren zu doof. Wie traurig, dass dann das Schlechte sogar noch siegt...

15. März 2016 2 15 /03 /März /2016 11:20
Wir sollten Schalke ins Parkstadion zurückbomben
Wir sollten Schalke ins Parkstadion zurückbomben

Das Spiel am Freitag Abend in der Turnhalle gegen den Wurstkönig und seine Knappen ist für Borussia von vorentscheidener Bedeutung in Richtung auf eine immer noch mögliche Champions League-Teilnahme. Denn die Auswärtsschwäche sollte gegen einen direkten Konkurrenten behoben werden, der dann noch Dortmund, Leverkusen und Bayern vor der Brust hat. Für Schalke wäre das ein Rückschlag - Borussia könnte dann gegen die Lieblings-Hertha zuhause nachlegen. Es ist ein Spiel, in dem sich das Schubert-System mal gegenüber dem alten Favre-Spiel bewähren kann. Denn hier ist frühes Pressen und schnelle Attacken auf die trägen Verteidiger Aogo und Co. angesagt. Borussia letzter schauriger Auftritt, in dem Schalke mit seiner einzigen Torchance gewann und Gladbach dann 83 Minuten anstümperte, scheint nicht mehr wiederholungswahrscheinlich zu sein. Wenn man das Spiel verliert, dann wohl eher, weil die Abwehr nicht auf Huntelaar und Mäxchen Meyer aufgepasst hat. Während ich wie viele Andere zuletzt zu viel Mut angeprangert habe, könnte hier "aus dem Mut eine Tugend" gemacht werden. Zu hoffen ist es. Und wenn der eingewechselte Hahn dann noch das Siegtor macht, ist das Happy End perfekt!!!