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30. Juni 2016 4 30 /06 /Juni /2016 15:36
Für Josip schlägt die Stunde Null - vielleicht packt er es noch
Für Josip schlägt die Stunde Null - vielleicht packt er es noch

Für den Borussen-Fan beginnt die Saison bereits mit Urlaub, während die Profis vor ihren Augen schwitzen und arbeiten. André Schubert versprach, dass es wenig Laufarbeit an sich geben wird. Weniger hart aber wird es wohl kaum werden. Dennoch ist die Woche im kleinen Paradies am Tegernsee, in der Überfahrt in Rottach, wohl auch für die Profis eine wohltuende Abwechslung zum heimischen Trainingsumfeld. Dennoch schaue ich auf die letzten vier Jahre mit großer Nostalgie zurück. Denn Luciens französisches "guten Morgen", als das Trainergenie den Platz am Birkenmoos betrat und er mit seiner Kappe auf dem Kopf gut gelaunt die Einheit begann, werden wir trotz allem nicht vergessen. Es war eine Ära der Freude; während des ersten Trainingslagers 2012 war der Coach noch schüchtern und distanziert gewesen. Die letzten Mal aber war er in der Borussenfamilie integriert und strahlte das so aus. Deshalb wird es wohl ewig ein Geheimnis bleiben, was in den ersten Wochen der Vorsaison zerbrochen war. Dennoch: Rottach-Egern steht für Spaß, Alpenromantik, Fanfreundschaften, erfolgreiche Vorbereitung, Tegernseer Bier und einfach eine geile Zeit. Zwar gab es den klassischen Fanabend mit den Spielern aufgrund der Vielzahl an Fans nicht mehr, aber gerade hier wird der trotz aller zunehmenden Professionalität immer noch bewahrte familiäre Charakter des VfL Borussia sichtbar. Man darf gespannt sein, wie André Schubert, der ja als schwierig im Umgang gilt, mit den Fans umgehen wird. Jedenfalls glaube ich, dass die Zeit in der Nähe der Profis wieder zur schönsten Woche des Jahres wird...

27. Juni 2016 1 27 /06 /Juni /2016 17:24
Raffael hat bis 2019 verlängert, ein gutes Signal
Raffael hat bis 2019 verlängert, ein gutes Signal

Die Vertragsverlängerung mit Raffael und der Abschluss der Kaderplanung sind ein großartiges Zeugnis für die intensive Arbeit Max Eberls in der Sommerpause. Sein Basteln am Kader zeigt System und das Ziel, einen Hochtempofußball mit Stabilitätskomponente zu fördern. Es ist großartig, wie reife und erfahrene Spieler und Talente den Kader vielseitig strukturieren. Mit Fug und Recht kann man behaupten, dass Borussia über ein anpassungsfähiges Kadersystem verfügt, das Antworten auf verschiedene Entwicklungen erlaubt. Vor allem ist es clever vom Manager, den Kader frühzeitig stehen zu haben; die Konzentration kann so auf die wohl mega-schwierige CL-Quali gelegt werden. Mit Hahn, Hermann, Hazard, den schnellen 3H plus Raffael und im Hintergrund dem dribbelstarken Traoré verfügt Gladbach über eine Offensive, die in der Bundesliga fast einmalig ist. Natürlich rüsten Konkurrenten wie Schalke mit Embolo und der BVB mit dem türkischen Youngster auch auf; in Bezug auf die Flexibilität plus Erfahrung ist Borussia da aber schon weiter. Als einziges Desiderat verbleibt nun eine Vertragsverlängerung mit Patrick Hermann. Es ist zu hoffen, dass für ihn und für Julian Korb noch Perspektiven in den Planungen Schuberts bestehen.

15. Juni 2016 3 15 /06 /Juni /2016 07:40
Der Bogen der Hoffnung...
Der Bogen der Hoffnung...

Gladbachs Manager hat Mut bewiesen. Fast 30 Millionen Euro hat er für zwei Transfers ausgegeben, die wir intuitiv mindestens 10 Millionen Euro günstiger eingestuft hätten. Warum aber hat er das gemacht? Erstens erhöht die Tatsache, dass ein Verein selber einen satten Transfererlös erzielt, naturgemäß die Preise, die er selber hinblättern muss. Zweitens geht es um DEN ZEITPUNKT, der das Pokern verhindert; der smarte Max spielt das Spiel des "Entweder alles oder ein bisschen weniger" - sprich: er setzt darauf, dass zur Champions League-Qualifikation eine eingespielte Mannschaft auf dem Platz ist. Drittens baut er mit Fünf-Jahres-Verträgen Zukunftssäulen auf. Das halte ich für eine weise und richtig dosierte Risikoentscheidung. Denn die Chance der Qualifikation für das große Business ist gegeben; sie wird durch die frühen Transfers wohl auf 50 % erhöht. Kommt der Hammergegner, wird es schwer. Verlangen kann man den Sieg ohnehin nicht; es ist aber ein gutes Gefühl zu wissen, dass Eberl diese große Chance mit Seriosität beim Schopfe packt. Sprich: er setzt 5-7 Millionen Transfermehrkosten ein, um eventuell 20 Millionen plus und eine Reputationsaufbesserung zu erreichen. Ich finde das klasse. Und jetzt das Sahnehäuptchen mit dem französischen U18-Nationalspieler Mamadou Doucouré, dem Innenverteidigertalent von PSG - Chapeau, Max!!!

12. Juni 2016 7 12 /06 /Juni /2016 08:38
Yann Sommers Top-Leistungen sind gefährlich für Borussia
Yann Sommers Top-Leistungen sind gefährlich für Borussia

Die Schweiz überzeugt nicht so sehr gegen Albanien, was bei einem "Bruderkampf" auch verständlich ist. Das haltbare Tor führte bei der Mannschaft nicht zu souveränem Konterfußball; hier zeigten sich auch Granits Grenzen, ein Spiel zu führen. Aber Yann Sommer überzeugte nicht durch zwei Weltklasseparaden, sondern durch souveräne Präsenz im Strafraum, die ihn bis jetzt von allen Torhütern des Turniers unterscheidet, obwohl diese bis zu 18 Zentimeter größer sind. Sommers Ruhe, sein intelligentes Mitspielen, seine Präsenz waren DER Garant in einer Abwehr, die nur unteren europäischen Schnitt darstellt und dem Djorou einen ganz großen Wackelkandidaten beinhaltet. Die Augen aller Scouts sind auf dieses Turnier gerichtet. Und so ist es unvermeidlich, dass jede Topleistung in die Datenbanken einfließt. Es ist wahrscheinlich, dass ein Club ein Mega-Angebot für Yann Sommer abgeben wird. Wird Yann dem widerstehen können? Was sind die Alternativen? Zieler wurde für den Fall gehandelt, hat aber bei Leicester unterschrieben. Vom Aussehen und den Reflexen hat der Augsburger Marvin Hitz viel Ähnlichkeit mit Yann aufzuweisen; er hat noch lange nicht seine Klasse, aber er kann sich noch weiter entwickeln. Für den Fall der Fälle wäre es aber eine Überlegung wert.

6. Juni 2016 1 06 /06 /Juni /2016 21:10
Das Team ist der Erfolgsgarant, kein einzelner Spieler
Das Team ist der Erfolgsgarant, kein einzelner Spieler

Es gibt schon wieder Kritiker, die einen potenziellen Kauf Christoph Kramers kritisch sehen. Er hat in Leverkusen nicht geglänzt letzte Saison. War das mit Josip Drmic nicht dasselbe? Verbrennt Max Eberl wieder richtig Kohle? Nein. Es ist meines Erachtens gut, dass Max bei Rode nicht mitgepokert hat, der seinen Wechsel zur wahren Borussia mit Bedingungen verknüpft hätte. Das ist nicht der Geist, den diese Mannschaft braucht. Diese Mannschaft lebt von der Reife, dem Willen, der Verbundenheit. Ohne zu idealistisch zu sein, aber Christoph Kramer hat sich bei Borussia die zwei Jahre richtig reingehängt und gezeigt, welchen Wert ein lauf- und zweikampfstarker Spieler für Gladbachs Spiel haben kann. Und: Durch Schuberts Hochrisikospiel ist das Erobern der zweiten Bällen noch notwendiger geworden als unter Favre. Ich glaube, dass Kramer sogar noch stärker wird als damals im Duett mit Granit, da Dahoud klar offensiv orientiert ist und Christoph die defensive Organisation im Blut hat. Es ist geradezu ideal und 15 Millionen Euro wert, wenn Borussia einen alten Bekannten mit großem Herz wieder bekommt. Denkt an Effenbergs Rückkehr. Ich würde mich sehr freuen, wenn es klappte.

25. Mai 2016 3 25 /05 /Mai /2016 20:25
Granit wird sich eine neue Führungsrolle erarbeiten müssen
Granit wird sich eine neue Führungsrolle erarbeiten müssen

Ist der Verlust Granit Xhakas ein fataler Setback für unsere Borussia? Oder ist es ein weiterer Meilenstein in der Transfererfolgsgeschichte Max Eberls? Ich würde sagen, dass Letzteres zutrifft. Denn sowohl die Ablösesumme als auch der Verkaufszeitpunkt sind ideale Parameter. Borussia kann jetzt rechtzeitig Ersatz einkaufen und dann mit einer eingespielten Truppe in die CL-Quali gehen. Das Geld erlaubt neben der Innenverteidiger-Verstärkung auch eine strategische Neuausrichtung der Doppel-Sechs. Denn neben Mo Dahoud ist ein Kramer als Eroberer zweiter Bälle mit enormer Defensiv- und Laufqualität ebenso denkbar wie ein Hojbjerg und Rode, die auch offensiv Qualität besitzen. Kramer ist ideal als Sicherung beim Hochtempospiel der Borussia, welches mit Hahn, Hermann, Traoré und Raffael das Herzstück des Schubertschen Systems darstellt. Es gibt Optionen auf dem Markt - Borussia braucht kein Geld zu horten, kann aber auch die wechselwilligen Spieler mit Perspektiven anstatt nur mit Geld locken. Xhaka hat sich toll entwickelt, aber sein heißes Blut hat uns auch manchen Punkt gekostet - das darf man nicht vergessen. Wir haben auch Spiele ohne ihn gewonnen. In diesem Sinne glaube ich fest daran, dass wir die Sechs in der neuen Saison noch stärker sehen als in der alten...

15. Mai 2016 7 15 /05 /Mai /2016 22:03
Stranzls Abgang hinterlässt eine große Lücke in der Hierarchie
Stranzls Abgang hinterlässt eine große Lücke in der Hierarchie

Gladbachs Erfolg der letzten halben Dekade hat etwas Wundersames an sich. Er scheint wie vom Himmel gefallen zu sein. Oder er hängt am Namen Favre. Dass neben aller rationalen Planung, die vor allem Max Eberl und dem umorganisierten Vorstand zu verdanken ist, auch Glück dazu gehört, versteht jeder Fan, der Fußball etwas transzendental zu reflektieren versteht. Aber ein ganz zentraler Faktor, der Borussia von Clubs wie Schalke, Stuttgart oder dem HSV unterscheidet, ist die Reife in der Mannschaftsstruktur. Und hier ist die Person Martin Stranzl ganz vorne zu nennen. Neben ihm waren es aber auch solide Leute wie Roooel Browers und Torben Marx, die die Mischung aus Jung und Routiniert vollendet haben. Martin Stranzl war ein Mann, dessen Integrität, Motivation, Kampfgeist und Intelligenz auf und neben dem Platz Großes bewirkt haben. Es wird die Frage sein, wer die Rolle des "Erwachsenen" demnächst einzunehmen versteht. Dass sich ein Granit Xhaka dermaßen entwickeln konnte, ist sicherlich auch diesem reifen Umfeld geschuldet. Eine zentrale Frage für Borussias mittelfristige Zukunft ist die, ob es gelingt, diese Reife in der Mannschaftsstruktur zu konservieren. Man kann nur hoffen, dass Max bei seinen Neuverpflichtungen auch in dieser Hinsicht weiter ein glückliches Händchen beweist...

1. Mai 2016 7 01 /05 /Mai /2016 07:58
Sein Wille und Kampfgeist reißen Borussia mit
Sein Wille und Kampfgeist reißen Borussia mit

Gladbachs Schlussspurt könnte wieder einmal zu einem großen Ziel führen. Es ist schon fantastisch, die nach dem fünften Spieltag der gefühlte erste Absteiger war, zwei Spieltage vor Schluss Platz sechs fast sicher hat. Und die Perspektiven für die CL-Quali sind plötzlich gut, denn die Spiele gegen die Pillen, die schon durch sind und in Darmstadt, die die Power verlässt, sind durchaus gewinnbar. Umso schöner ist es aber, nicht die Weißbierduschen ertragen haben zu müssen. Im Gegenteil, die langen Bayerngesichter taten gut. Wem ist diese emotionale Wende zu verdanken nach der Krise der zwei Auswärtsniederlagen? Es ist André Hahn, der von seinem Namensverwandten Schubert zur rechten Zeit ins Rennen geworfen wurde. Und es war in der zweiten Halbzeit, als ganz nach dem Evangelium, der "Hahn krähte". Es war der Weckruf für den Endkampf um die Champions League. Es ist kein neues Phänomen, dass lange verletzte Spieler am Ende einer Saison mit vollem Akku noch besondere Akzente setzen können.

Ich habe dran geglaubt, dass wir dort was holen. Und ich glaube fest dran, dass wir die Auswärtssieglosserie bei den Lilien beenden. Jedenfalls ist Hahn einer, der mit unbändigem Willen und Schnelligkeit jederzeit zuschlagen kann, bei allen technischen Mängeln, die ihm noch größeren Erfolg (noch) versagen. Schubert hat seine Mannschaft taktisch gut eingestellt, hat die Motivation hochgehalten in Zeiten der schwankenden Ergebnisse und ist ein toller Trainer. Die Langfristperspektive für diese Mannschaft ist sehr gut, zumal wohl Granit Xhaka auch ein weiteres Jahr bleibt. Danke, Borussia, als Münchner tut mir die Tatsache, vier Mal ungeschlagen gegen die Bayern zu sein, besonders gut!!!

24. April 2016 7 24 /04 /April /2016 15:09
Das Wirbeln im Park geht munter weiter
Das Wirbeln im Park geht munter weiter

Das Heimgesicht der Borussia trägt die Handschrift der Ideen von André Schubert. Hohes Tempo, das den Gegner überfordert, ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Die individuellen Fehler, die den Takt stören, sind nicht Sache des Trainers. Aber sie erschweren das Spiel in erheblicher Weise. Der Turbofußball macht das Gesamtsystem insgesamt instabiler; wenn die Stürmer treffen, ist alles in Ordnung. Powerfußball mit Risiko, wenn es funktioniert, wird ein Fest daraus. Wenn es nicht funktioniert, dann gibt es kein Unentschieden, sondern Borussia verliert in der Regel. Manichäistisch nennt man das, alles oder nichts. Es ist spektakulär, aber dennoch sollte Andre Schubert in der Vorbereitung auch einen Schonwaschgang einbauen, der einmal das Sichern eines Remis als strategische Möglichkeit beinhaltet. Besonders freut einen die Entwicklung Andre Hahns. Die lange Verletzung führt dazu, dass sein Akku noch ganz voll ist! Und er spielt für seine Zukunft bei Borussia, meiner Meinung nach brauchen wir so einen schnellen, robusten Mann als Ergänzung zu den filigranen Hazard und Traore. Dahoud und Yann Sommer wieder einmal sehr stark. Das Anlaufen und Stören des Gegners im Mittelfeld hat grundsätzlich gegen die Kraichgauer gut funktioniert. Also: ein Fortschritt gegenüber den beiden schwachen Auswärtsspielen; hoffen wir, dass das Spiel in der Arroganz-Arena unter die Kategorie Ausnahme, nicht Auswärtsspiel fällt. Denn: Strukturell ist unsere Mannschaft fast die einzige, die mit ihrem Tempo und dem richtigen Türöffner gegen Bayern gewinnen kann, ähnlich den Mainzern. Es wäre wieder so eine besondere Fußballgeschichte, wenn Borussia die miese Auswärtsserie ausgerechnet in München beendet und den Bayern die Feier dahoam vermasselt...

20. April 2016 3 20 /04 /April /2016 14:54
Wider die böse Anti-Schubert-Kampagne

Ich halte von der Anti-Schubert-Kampagne in breiten Fankreisen gar nichts. Sie ist meines Erachtens die Folge von Ignoranz, Undankbarkeit und wenig Sachverstand. Klar tut die Auswärtsschwäche weh, aber ich erinnere mich noch an den Herbst, wo ich sofort Platz 15 als Angebot unterschrieben hätte nach den HSV-, Sevilla- und Köln-Spielen. Es gibt genug Gründe, Schubert nachhaltige Effekte zuzutrauen. Er sollte die Chance bekommen, die Mannschaft auf die neue Saison vorzubereiten.

1. Schubert hat Mut zur Nachhaltigkeit. Er hat Elvedi und Christensen weit vorwärts gebracht. Die Abwehr wird auf Dauer ein Prunkstück. Hinteregger war Eberls Problem. Er hat den Mut zur variablen Dreierkette, der manchmal nach hinten losgeht. Aber er hat eine Idee und verfolgt sie. Die Niederlagen sind bis auf in Wolfsburg und 96 NICHT auf seine falschen Taktiken zurückzuführen.

2. Ich sehe die letzten beiden Spiele eher als eine Folge des absurden Schalke-Spiels. Macht Hahn in Ingolstadt das 1-0... Ich finde, Schubert hat genau den Plan, den wir brauchen. Einige der Auswärtsspiele waren überzeugend, aber eben ergebniskritisch. Ich glaube, mit einem falschen Schachzug hätten wir Hannover 96 werden können. So sind wir noch an Europa dran, das ist eigentlich ein Wunder.

3. Schubert tritt selbstbewusst, aber auch lernfähig auf. Er gehört zu der selbstreflexiven Trainergarde. Taktikfehler gehören dazu. Er hat eine routinierte Achse alter Abwehrrecken ersetzt, hat aus wenig in der Hinrunde extrem viel gemacht und muss jetzt neue Hierarchien finden. Das traue ich ihm auf Dauer unbedingt zu.

Und der Weinzierl-Hype ist Wahnsinn. Kumpel aus der Gegend glauben, dass er ein lokales Wunderkind ist, das schnell an seine Grenzen stößt außerhalb der schwäbischen Gemütlichkeit. Nein, so geht es nicht. Das "wo wir herkommen" ist diese Saison ein Bonmot, das mehr als je zuvor seine Berechtigung hat...