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15. Oktober 2017 7 15 /10 /Oktober /2017 18:23

 

Es gibt kleine Momente, die große Dinge bewirken können im Fußball. Der Sieg heute lässt das Gewürge von gestern schnell vergessen. Dabei hängt die neu gewonnene Sicherheit, die bei Borussia gegen Werder Bremen zu erkennen war, kausal eng mit den Glückssekunden gegen Hannover 96 zusammen. Statt einer 1-2-Niederlage durch Harnik tropfte dessen Direktabnahme an die Latte; im Gegenzug holte Grifo einen Elfer raus, der statt möglicher Null dann kaum für möglich gehaltene drei Punkte bedeutete. Borussia konnte bei 11 Punkten in der Länderspielpause ruhig weiter arbeiten und das System verbessern. Das Ergebnis war ein souveräner Auftritt bei einem angeschlagenen Gegner, der eigentlich um die Existenz kämpfen sollte, dem die Borussia aber durch das konsequente Ballbesitzspiel schnell den Nerv raubte. Stindls Klasse und Vestergaards Nachlegen machten aus dem Spiel dann den erhofften Auswärtssieg beim besten Saisonauftritt. Man sieht, dass Psychologie einen zentralen Stellenwert besitzt. So kann dieser Sieg den Auftakt zu einem goldenen Herbst bedeuten, den die Natur uns ja heute ohnehin schenkte!

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4. Oktober 2017 3 04 /10 /Oktober /2017 07:57

Lars Stindl ist nicht nur durch seinen Auftritt im Confed-Cup und seine Kapitänsrolle zu einer echten Führungsfigur geworden; er zeigt sich auch selbstkritisch und reflexiv. Er ist der Mann, der mit seiner Torschusstechnik für einige Tore gut ist. Dazu ist im Zentrum Raffael ein Mann, auf dessen Tore Borussia weiter vertraut. Doch beim Brasilianer zeigen sich langsam Alterserscheinungen; Borussias Offensivspiel muss flexibler werden. Ansätze dazu sind vorhanden, müssen nun nach der Genesung der starken Außenspieler auch ins Werk gesetzt werden. Vicenzo Grifos kurzer, aber wirkungsvoller Auftritt gegen Hannover machte ebenso Mut wie die Leistungen Ibras vor seiner Verletzung. Borussias Stärke und Torgefahr muss (auch) von den Flügeln kommen. Leider ist der schnelle und dribbelstarke Jonas Hofmann in seiner Abschlussschwäche noch kein Stück weiter gekommen. Er wäre ebenfalls ein Mann für einige Tore. Torgan Hazard ist irgendwie noch nicht so spritzig wie vor einem Jahr, aber immerhin setzt er die wichtigen Elfmeter. Es ist viel Potenzial da, was die Offensive angeht. Doch das notwendige Tempo ist noch nicht im Spiel. Das hängt auch mit einem mangelhaften Aufbauspiel zusammen. Jetzt ist Zeit, bei einem guten Punktekonto die Feinheiten einzuüben und das Spiel in die Vertikale zu fokussieren. Ich freue mich auf die Zunahme an Beschleunigung. 

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1. Oktober 2017 7 01 /10 /Oktober /2017 08:29

Wichtig ist für Borussia, mit 11 Punkten weit oben in der Tabelle angekommen zu sein und in die Länderspielpause gehen zu können. Das erlaubt weitere  zwei Wochen, um das holprige Offensivspiel weiter verbessern zu können. Borussia hat die beiden starken Aufsteiger zuhause geschlagen, eine Pflicht, die nicht gerade souverän erfüllt wurde. Aber es war wichtig, nach dem 1-6 in Dortmund wieder aufzustehen, so wackelig die Angelegenheit auch war. Die strukturellen Mängel im Spiel der Borussia, das immer noch fehlende Tempo, die noch unterentwickelte Abstimmung unter den Offensivkräften, das Offenlassen von Räumen bei unkoordinierter Vorwärtsbewegung, waren unübersehbar. Dennoch: Mit Cuisance gewinnt das Megatalent mit jedem Spiel wertvolle Erfahrung, Ginter hat sein schwaches Spiel beim BVB vergessen gemacht und immerhin zeigte sich Torgan Hazard in der Nachspielzeit eiskalt, so dass man den glücklichen Sieg am Ende annahm. Aber Hand auf Herz: Trifft Martin Harnik aus zwei Metern, gibt es die zweite Heimniederlage. Und die Stimmung verschlechtert sich. Statt im Mittelfeld zu versinken, hat die Dramatik der Schlussphase der Borussia ein unverhofftes "Window of opportunity" nach oben geöffnet. Mag die Mannschaft dadurch das Vertrauen gewinnen, um einzusteigen in die Riege der Europakandidaten. 

 

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25. September 2017 1 25 /09 /September /2017 08:59

 

Dass Borussia beim BVB eine reale Chance haben würde, glaubten die wenigsten. Nicht nur aufgrund der meist traumatischen Vorerlebnisse im Westfalenstadion. Nein, Dortmunds Tempofußball ist beeindruckend gewesen und es war zu befürchten, dass, wenn er einmal losgelassen würde, die Raute überrollen würde. Das war letztlich der Fall. Denn im Moment steht die Gladbacher Borussia für gepflegten Kombinationsfußball, aber ohne Tempo und Überraschungsmomente. Und mit Elvedi und Wendt gegen schnelle außen - da war eine Katastrophe quasi vorprogrammiert. Jetzt zeigt sich, dass der defensivstarke Korb auf rechts als Alternative in solchen Spielen ebenso fehlt wie ein defensivstärkerer linker Außenverteidiger. Es ist keine Katastrophe für den Saisonverlauf, aber doch eine Erinnerung daran, dass gegen internationale Spitzenmannschaften die Grenzen auch junger Spieler noch aufgezeigt werden. Ich halte es für gut möglich, dass man Hannover schlägt und ein Tempospiel gegen 12-13 Mannschaften in der Liga durchsetzen kann. In Leipzig wurde in der zweiten Halbzeit ein guter Anfang gemacht. 

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20. September 2017 3 20 /09 /September /2017 09:31

 

Borussias Weg in die Spitzengruppe der Bundesliga ist noch weit. Das macht aber nichts, denn ohne die europäische Belastung hat Borussia die Zeit, Talente zu entwickeln und Systeme einzuspielen. Solche Arbeitssiege wie gegen den VfB Stuttgart erwerben dabei die Währung Zeit, die Unruhe verhindert. Denn da eine Niederlage in Dortmund erwartbar, wenn auch nicht unvermeidlich ist, sollten die Heimspiele nach dem Frankfurt-Ausrutscher wieder "Bänke" werden. Das Spiel gegen den VfB hatte neben einem recht drögen Spielverlauf dennoch außer den drei Punkten einige weitere positive Aspekte:

  • Tobias Sippel erweist sich als souveräner Stellvertreter Yann Sommers und behält seine weiße Weste
  • Raffael gewinnt durch zwei Tore an Selbstvertrauen zurück
  • Mickael Cuisance, das Toptalent aus Frankreich, fügt sich gleich nahtlos in die Mannschaft ein
  • Die Mannschaft hat Geduld und risikierte keinen gefährlichen Rückstand
  • Die Doppel-Sechs Kramer - Zakaria harmoniert immer besser

Ich erwarte nichts im feindlichen Gelände des Iduna-Parks, aber diese Mannschaft hat das Potenzial, mich positiv zu überraschen. Bau weiter, Borussia...

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16. September 2017 6 16 /09 /September /2017 18:26

Borussia hat einen Fehlstart vermieden und kann durch einen Heimsieg in der englische Woche vollständig zurück in die Spur finden. Die Genealogie des Spiels in Leipzig macht Mut, denn nach der roten Karte gegen Keita wollten die Borussen in Leipzig noch gewinnen. Nachdem die Abwehr in der ersten Halbzeit fast erwartungsgemäß mit dem Tempo von Werner, Forsberg und Co. nicht zurecht kam, fand man jedoch immer wieder Lücken im risikoreichen Pressingspiel der Bullen. So war nach dem glücklichen Elferausgleich sogar vor der Halbzeit noch durch Raffael der Ausgleich möglich, den Stindl dann in der zweiten Halbzeit besorgte. Der Trainer und die Mannschaft können in einem Spiel lernen und Änderungen vornehmen, das ist die gute Nachricht und Lehre aus diesem starken Spitzenspiel. Ich gebe zu, mein Glaube schwand nach dem 1-2. Da dachte ich, die kontern uns in der zweiten Halbzeit gnadenlos aus. Aber auch Zakaria, Kramer und die Innenverteidigung steigerten sich enorm. Der Punkt lässt Borussia im Mittelfeld, aber für die Moral und die Perspektiven handelt es sich um einen goldenen Punkt...

 

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11. September 2017 1 11 /09 /September /2017 16:51

Borussias enttäuschende Niederlage gegen Eintracht Frankfurt kommt überraschenderweise für die meisten Beobachter nicht überraschend. Erstens zeigte schon das Pokalspiel, dass Nico Kovac das Spielsystem der Borussia dekonstruiert hatte. Und zweitens erwiesen die bisherigen Saisonspiele, dass Borussias Spiel oft statisch wird und sich in der Kettenschieberei erschöpft. In puncto Kreativität hängt man von lange bekannten Kräften wie Raffael ab, die einfach auszurechnen sind und nicht jünger werden. Die Offensive wurde nicht aufgefrischt, sondern nur durch Bobadilla künstlich ergänzt (was ich dennoch gut finde) Aber die Gladbacher Spielphilosophie ist mittlerweile so bekannt, dass das Setzen auf die Außen als Tempobringer nicht mehr funktioniert. Tief stehende Mannschaften machen die Halbfelder zu, in denen Borussia durch Gegenpressing Bälle erobert und schnell verarbeitet hat. Dem Sinn des Fußballs, dem Abschluss, widmet der Trainerstab proportional viel zu wenig Aufmerksamkeit. Es mag sein, dass Borussias Stärken gegen spielstärkere Mannschaften sichtbarer werden. Aber ob man gegen das hohe Tempo von Leipzig dann deren eigene Mittel kopieren und gegen sie wenden kann, ist fraglich. Zeit, an einer zu statischen Philosophie zu basteln und neue Elemente zu probieren!

 

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6. September 2017 3 06 /09 /September /2017 09:22

Schlimm führten sich die Fans von Sottocultura in Zürich auf. Aber es gab bei europäischen Auswärtsspielen eine signifikante Verbesserung und Lernbereitschaft, was ich auch durch Korrespondenz mit dem Fanprojekt feststellen konnte. Aber das Halbfinale der Borussia gegen Frankfurt war dann ein Ereignis, das als Dolchstoßlegende bezeichnet werden muss, wenn man eine politische Verschwörungstheorie auf den Fußball überträgt. Nachdem eine Choreographie wohl versehentlich von einem vom Verein organisierten Reinigungsdienst zerstört worden war, schaltete die Ultraszene auf Destruktion. Und wer glaubt, dass die Stimmung im Verein und Fanumfeld als "soft variable" keinen Einfluss auf das Spiel und die Mannschaft haben wird, der sah sich nach der ersten Halbzeit eines Schlechteren belehrt. Denn Borussia spielte, als dürfte sie gar nicht ins Pokalfinale einziehen. Die Stimmung gegen die Mannschaft tat trotz eines unverdient günstigen Spielverlaufs ihr Übriges, das Gladbach nicht mehr auf die Beine kam. Das letzte Frankfurtspiel war eine Niederlage für den ganzen Verein, nicht zuerst, weil das Pokalfinale verpasst wurde, sondern weil es ein Krieg verschiedener Kräfte gegeneinander war. Dies bestätigten mir einige Edelfans, wie zum Beispiel Biggi und Andreas, die das Umfeld als Dauerbegleiter der Mannschaft besser kennen als Viele andere. Hoffen wir auf eine tätige Buße am Samstag und einen klaren Sieg bei bester Unterstützung!!!

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1. September 2017 5 01 /09 /September /2017 19:09

 

Borussias Kader wird von Jogi Löw so stark bewertet, dass gleich zwei Borussen in der Startelf beim wichtigen WM-Quali-Spiel in Prag stehen. Das ist bemerkenswert, wo die Gladbacher bei den letzten großen Turnieren kaum eine Rolle in den Planungen des Bundestrainers spielten. Es ist für die Reputation von Borussia nicht unerheblich, dass zwei deutsche Nationalspieler im Kader stehen (plus ein Weltmeister, der es wieder werden kann); dazu natürlich weitere Nationalspieler in anderen Länderauswahlen.

Borussias zentrale Akteure bekommen auch ohne Europapokalteilnahme internationale Erfahrung. Die beiden charakterstarken, stillen, aber intelligenten Spieler Lars Stindl und Matthias Ginter sind die Letzten, die durch aktive PR auf sich aufmerksam machen würden. Um so höher ist es einzuschätzen, dass Löw den beiden vertraut. Und es zeigt sich, dass der Bundestrainer Stindls Leistungen höher einschätzt als nur Ananas-Pokal-Fußball. Und dass Ginter gleich spielt zeigt, dass auch der Bundestrainer wie ein Max Eberl der Spielintelligenz des Ex-Dortmunders vertraut. Der Marktwert des Verteidigers amortisiert sich schneller als ich als Skeptiker dies geglaubt habe. Insgesamt ist es sehr positiv zu bewerten, dass Borussia so weiter im internationalen Rampenlicht verbleibt. Hoffentlich ein gutes Omen auf dem Weg  zurück nach Europa. Und wenn die beiden Borussen von den Weltmeistern ein wenig Siegergen in den Park mitbrächten, umso besser...

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29. August 2017 2 29 /08 /August /2017 17:28

Warum kann Borussia nicht in Augsburg gewinnen? Bei einer Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand steht, vier Leistungsträger verloren hat und außer Kampf nicht viel anzubieten hat? Ist Borussia weiter in den Endlosschleife der Sieglosigkeit gegen heimstarke Mannschaften mit Willen gefangen, so dass sich das Ganze in Freiburg etc. wahrscheinlich wiederholen wird?

Dass Gladbach sogar die konfortable Führung so fahrlässig aufs Spiel setzte, als man in der zweiten Halbzeit nicht gegen hielt und schon gar nicht mehr auf die Entscheidung drängte, ist nicht verständlich. Und der Trainer muss doch wissen: "Die kommen jetzt aus der Kabine und werden um ihr Leben kämpfen." und die Mannschaft dementsprechend einstellen. Die Leistung in der zweiten Halbzeit zeigt, dass es auch an Führungspersönlichkeiten fehlt, die mal Zeichen setzen, um die negative Dynamik zu durchbrechen.

Der Punkt in Augsburg ist nicht schlecht, aber die Art und Weise des Zustandekommens lässt mich daran zweifeln, ob Borussias Spieler lernfähig sind. Wenn man den Anspruch einer Spitzenmannschaft aufbauen will, dann muss ein Sieg beim FC A so selbstverständlich werden, wie das für den FC Bayern oder den BvB ist. Davon sind wir aber leider noch weit entfernt. Ich glaube nicht, dass das mit fehlender Physis zu tun hat, sondern mit einer noch nicht genügend entwickelten Siegermentalität. 

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