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22. November 2016 2 22 /11 /November /2016 16:35
Zu viel gewollt? Perfektionist Schubert ist unbeliebt im Schatten Luciens
Zu viel gewollt? Perfektionist Schubert ist unbeliebt im Schatten Luciens

Ich sage es mal ketzerisch: Es war an der Zeit für Borussia, über den Favre-Fußball hinauszukommen. Das war wohl auch Max Eberl klar, auch wenn er rhetorisch immer von der weitergehenden Ära mit dem Schweizer sprach. Aber die Zeichen, dass Borussias Mischung aus Gegenpressing und Konter bei ständigem Verlust von Leistungsträgern nicht ewig erfolgreich sein würde, häuften sich. Und der Favre-Stil hatte sich letztlich abgenutzt.

Favre schafft es, Mannschaften effektiv zu machen, aber im Grunde hat er immer - in Nizza und bei der Hertha sowie vorher in der Schweiz - auf Konterfußball gesetzt. Wenn man richtig Fußball spielen will, ist das eher die destruktive Variante für Spiele gegen übermächtige Gegner. Ich schätze Schuberts Mut, versucht zu haben, Fußball aktiv zu spielen, nicht nur auf Gegenpressing und Konter zu setzen. Favre fuhr im Schatten Klopps und hat das System perfekt kopiert und die Spieler dafür richtig ausgebildet, was ein großes Verdienst ist. Aber im in den letzten drei Jahren entstandenen Kettensystem war das System am Ende, weil keine Räume mehr da waren; Umstellungen waren und sind unvermeidlich. Schuberts Versuch, Dominanzfußball einzuführen, scheint an seine Grenzen zu stoßen. Den Mut finde ich dennoch klasse und hoffe, dass er seine Spielphilosophie noch in stabile Bahnen bringt. Den Favre-Fußball spielt dereinst Red Bull, die haben die Spieler dafür und die Gegner erlauben ihnen die Räume wie sie die einst Borussia gegeben haben. Die Liga und Gegner entwickeln sich weiter, und so musste sich Borussia auch entwickeln. Favre war auch von System her Geschichte. Schubert hat zu viel gewollt auf einmal, das ist das Einzige, was ich ihm vorwerfe. Jetzt ist es an ihm, erst auf gewohnte Stabilität zu setzen und dann das aktive Spiel weiterzuentwickeln. Die Zeit wird erweisen, ob er die Zeit dafür noch bekommt!!!

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Kommentare

Kalle del Haye 12/15/2016 15:02

Ich habe das Antwort auf die Mythologisierung Favres geschrieben. Favre ist genial, verbessert Spieler über eine gewisse Zeit. Dass er aber nicht zu Star-Vereinen geht, spricht für sich. Und seine Mission war für uns beendet. Psychologie kann er nicht so gut. Wenn das System zum Selbstzweck wird und die Spieler nicht mehr so mitziehen, dann ist Favres Mission zu Ende. Ich will seine Leistung nicht mindern, aber wer jetzt noch nachtrauert, liegt genauso falsch wie derjenige, der Favres große Leistungen relativiert.

Favre Fan 12/14/2016 15:29

Tut mir leid, du kannst ja gerne Schubert promoten, aber bitte nicht, indem du Favre diskreditierst.

Favre kann nur Konterfußball? Favre hat auch Mannschaften zu Meisterschaften und Aufsteigen geführt. Das geht nach deiner Logik doch nicht mit reinem Konterfußball!

Favre ist an seiner ersten Trainerstation aufgestiegen. Favre ist in seiner zweiten Trainerstation aufgestiegen.
Mit seinem dritten Verein wurde er Schweizer Cup Sieger (der letzte Titel für Servette Genf seit 15 Jahren) und mit seinem vierten Verein zweimal Schweizer Meister (nachdem Zürich 25 Jahre vorher nie Meister geworden war und seit Favre auch nur noch einmal!
Hertha und Mönchengladbach führte er von Abstiegskandidaten ins europäische Geschäft.
Derzeit steht er auf Platz 1 der französischen Liga.

7 Trainerstationen, die alle davon geprägt waren, das die Vereine unter Favre Erfolge hatten, die sie zuvor nicht hatten (und laut meinen Kenntnissen auch danach nicht mehr).

Über Schuberts bisherige Karriere decke ich mal den Mantel des Schweigens. Da ist leider neben Licht auch viel Schatten :-(

ignorant00 12/08/2016 15:09

Ich war jetzt längere Zeit nicht mehr auf der Seite und bin jetzt über diesen Kommentar gestolpert…
Da macht sich aber auch jemand die Welt, wie er sie gerne sehen würde ? Max Eberl war das klar ? Gibt es irgendein Indiz für diese völlig aus der Luft gegriffene Behauptung ? Das Eberl mehrfach und bis zuletzt Favre immer wieder von einem weitermachen überzeugen wollte spricht doch ganz klar dagegen !
Ständiger Verlust von Leistungsträgern ? Eberl und Favre haben diese Lücken doch immer wieder geschlossen und Talente verpflichtet und entwickelt.
Wenn sich der Favre Stil abgenutzt hat, dann hat sich auch der Schubert Stil abgenutzt ! Die Leistung stimmte bei Favre bis zuletzt, die Ergebnisse nicht. Das ist derzeit auch das Argument der Schubert Befürworter !
Favre hat im übrigen schon seit Jahren nicht nur Konterfußbal gespielt. Das war das Mittel gegen den Abstieg und in der der darauf folgenden Saison. In den folgenden Jahren wurde auch sehr dominant und mit viel Ballbesitz gespielt. ICh empfehle dir einfach mal die Lektüre einiger Artikel zu Favre Spielen auf spielverlagerung.de
Du lobst Schuberts Mut ? Ja dem kann man ihn zusprechen. Mut zu ständig neuen Systemen. 6er Abwehrkette gegen Barca ?Mir grauts ! Mit Favres 4-4-2 wären wir niemals so vorgeführt worden. Mir tut die Mannschaft leid.
Du schriebst in diesem Blog einmal, das Favre mit den Spielern einzelne Stellungen und Laufwege bis zum Erbrechen exerzierte und Schubert sie lieber nur in ihre taktische Rolle einweist. Damit scheint er aber seine Mannschaft aktuell komplett zu überfordern. Wenn alle 3 Tage eine andere Mannschaft mit einem anderen taktischen Konzept auf dem Platz steht, kann man das Mut nennen, ich nenne es lieber Größenwahn. Derzeit sind Mannschaften mit klaren einfachen Strukturen stark, nicht Mannschaften, die meinen im Spiel dreimal ihr System wechseln zu müssen.