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11. Dezember 2016 7 11 /12 /Dezember /2016 10:07

Die Gladbacher Krise wächst sich zu einer handfesten Vereinskrise aus. Dinge, die in der Höhenluft der Champions League unter der Oberfläche schwelten, brechen nun hervor. Der Fall Dominguez kommt zur Unzeit in einer Phase, in der Borussias positive Langfristentwicklung aufs Höchste gefährdet ist. Doch woher kommt die Vereinskrise? Ist sie tatsächlich das Ergebnis einer verkehrten Einkaufspolitik, die vor der Saison noch so hoch gelobt wurde? Ist es die Folge der falschen Besetzung auf dem Trainerposten, auf dem ein pseudo-fußballintellektueller Coach mit nur Zweitligaformat sitzt, der die Mannschaft totexperimentiert hat? Sind es die Medien, die frühzeitig das Konstrukt Eberl-Schubert nach der frühzeitigen Vertragsverlängerung in Frage gestellt haben? Oder ist es die Folge einer in Fankreisen gestreuten zersetzenden Dauernörgelei, die in einer sozial konstruierten Wirklichkeit eines Vereins durchaus Spaltungen zu säen vermag?

Ich denke, jeder dieser Faktoren trifft zu. Für mich aber ist die Krise eher subjektiv induziert und nicht „objektiv“ durch Fehler und Unfähigkeiten entstanden. Was aber ist eine Fanloyalität, die ich leider sehr vermisst habe? Borussias Fans haben den Verein auf einen „normalen Verein“ heruntergestutzt, finde ich. Darüber bin ich trauriger als über die sportliche Entwicklung.

Kriterien für einen loyalen Fan:

  1. Der Fan steht in guten und schlechten Tagen während des Spiels bedingungslos hinter der Mannschaft

  2. Der setzt in verantwortungsvoller Weise persönliche Ressourcen ein, um die Mannschaft daheim, auswärts und auch bei besonderen Veranstaltungen zu unterstützen

  3. Der Fan informiert sich beständig über die Entwicklungen im Verein und bildet sich ein Urteil über die Entwicklungen.

  4. Es ist wichtig, dass der Fan sich in einem Netzwerk von Fans befindet, um seine Überzeugungen zu überprüfen und gegebenenfalls auch zu korrigieren. Das ist bei einem emotionalen Sujet wie dem Sport gar nicht so einfach.

  5. Der Fan akzeptiert erst einmal vom Verein getroffene Entscheidungen und lässt sich nicht von einzelnen Ereignissen zu sofortiger, emotionalisierter Kritik hinreißen.

  6. Um seinen Verein zu repräsentieren, verzichtet er auf Gewaltanwendung und überzogenes Herumasseln.

  7. Ein Fan akzeptiert die Tatsache, dass sportliche Entwicklungen erratischen Charakter tragen können. Lineare Ansprüche an die Verantwortlichen sind nicht realistisch in einem Feld, in dem Resultate stets Nullsummenspiele darstellen.

  8. Der Fan lässt sich nicht von persönlichen Sympathien und Antipathien leiten in einer Weise, dass er sich über Niederlagen des Vereins freut, um einfach recht zu behalten.

  9. Der loyale Fan glaubt an die Entwicklung seiner Mannschaft, ist aber auch bereit, Rückschritte hinzunehmen und weiter zu unterstützen. Er entwickelt keine überzogenen Ansprüche, weil er vor vierzig Jahren schon mal einen Titel miterlebt hat.

  10. Der loyale Fan ist der Motor des Vereins. Er ist die Betriebsenergie, die die Spieler stärkt, egal wie viel sie auch verdienen mögen.

Es ist wichtig zusammenzuhalten, denn Theorien zur Krise gibt es genug. Der Ausweg aus der Krise beginnt im Kopf, und dort sollte sich jeder hinterfragen!!!

 

 

 

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