Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
5. Dezember 2010 7 05 /12 /Dezember /2010 14:26

fahrenkrugnordbahn2.jpgWaren das nicht schöne Zeiten, als am Bökelberg in Mönchengladbach das Sporthaus soundso einen Fußball gestiftet hat und vom niederrheinisch sprechenden Stadionsprecher in der Halbzeit durchgesagt wurde? Das würde heute nicht 50 DM kosten, sondern 25.000 Euro. 

Die Welt, an die wir uns erinnern, war eine andere. Das müssen wir verstehen lernen. Als echter Nostalgiker schaue ich nur alte Krimis wie den Kommissar, die alten Derricks oder Stahlnetz. Das schwarz-weiße Fernsehen mit drei Kanälen war doch schön. 

Und Gladbach gewann immer in Köln und Bochum und meistens in Dortmund. Der Mannschaftsbus verschwand einfach mal am Spieltag, so dass man sich Trikots leihen musste. Diese Zeiten sind vorbei. Die Babyboom-Nostalgie ist legitim, aber sie tut nur weh. Denn Erfolg ist nicht mehr ein Geniestreich wie von einem Anarchisten Netzer oder Arbeiter Wimmer zu erreichen, sondern das Ergebnis strategischer Konzepte. Die haben mit Professionalität, Standortvorteilen, Recherchesicherheit und Menschenführung zu tun. Der Weg, vor 1,5 Jahren begonnen, ist der Richtige. Trotz der gegenwärtigen Krise. Diese ist das Ergebnis von Ressourcenverschwendungen der letzten Dekade.

Wer die Siebziger zurück will, der braucht Videokassetten. Der sollte die neuen Realitäten mit Hopps, VW, noch größeren Traditionsclubs, einer Globalisierung des Wettbewerbsmarktes verdrängen. Aber erfolgsabhängig die Mitgliedschaft abgeben, das wirkt wie Aufgabe oder eine demenzbedingte Regression. Und man muss sich fragen, warum man wohl den Fußballerfolg als Kompensation für eigene graue Alltagstage braucht. Aktuell ist der Zug aber erst einmal abgefahren... 


Diesen Post teilen

Repost 0
Published by prediger1
Kommentiere diesen Post

Kommentare

zechbauer 12/07/2010 11:13


Da wird man ja richtig wehmütig. Als oller Nostalgiker, der ich bin, freue ich mich über solche Artikel - auch wenn sie eigentlich traurig sind.