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10. Oktober 2009 6 10 /10 /Oktober /2009 09:15


Das Fansein hat mit dem Bedürfnis zu tun, einer Gruppe anzugehören, die Dinge symbolisiert. Entweder eine große Vergangenheit, Leben mit Leichtigkeit oder einfach eine Erfolgsmentalität sui generis. 
Der Fan, der in seiner Werkhalle oder in seinem Büro unterdrückt wird, wird in Block 16 zu einem Held in der Masse seiner Umgebung. Im Erfolgsfalle wird er zu dem Stürmer, der getroffen hat, gibt stellvertretend Interviews und wird so zum "Kriegsgewinnler". Im Falle der Niederlage wird die Wut oft auf Sündenböcke projiziert - den Schiedsrichter, die hasserfüllten Gegner, die eigene Mannschaft... 
Die Spieler, die seine im Leben nicht erfüllbaren Wünsche auch nicht erfüllen, werden zur Projektionsfläche des eigenen Selbsthasses. Dafür verdienen sie auch relativ gut, das Schmerzensgeld ist hoch.
Es gibt aber Fans, die diesen Nihilismus aus der Erfahrung eigenen Erlebens auf dem Fußballplatz gern mitmachen, die Sache taktisch analysieren, auf den Platz gehen, um neue Systeme kennen zu lernen und einfach eine coole Gemeinschaft zu unterstützen. Fansein ist eine Religion, für mich aber kann sie eine transzendente Religion nicht ersetzen. Doch ist es ein positiver Rausch, wenn sie mal gut spielen, dafür nehme ich auch manche Durststrecke in Kauf.
Die Fähigkeit zur Ironie gehört dazu, wenn man Fan vom VfL Borussia 1900 ist... 

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Published by prediger1
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