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18. Dezember 2016 7 18 /12 /Dezember /2016 09:52

Die Vereinskrise in Mönchengladbach ist das Resultat einer Reverse-Schleife, die alle maßgeblichen Akteure mit einbezieht. Von zu hohen Ansprüchen im Umfeld über zu großes Vertrauen des Managements in den Kadernachwuchs über einen prinzipienversessenen Trainer läuft die kausale Abwärtsspirale. Es gibt nicht den Gott-Trainer und den, der gar nichts kann. Aber in einer Welt der Polarisierung ist Schubert zum Donald Trump der Fans geworden. Fußball ist unberechenbar. Nicht nur Gladbach leidet. Selbst Schalke hat nur zwei Punkte mehr. Die Umbrüche sind immer dynamischer, Erfolg immer weniger planbar. Selbst in der Siegesserie schon nach Favre war dieses "Meine goldene Favrewelt"-Pubertieren überall zu hören. Wenn Schubert nur von Favre profitiert hat, dann darf man Favre auch kaum die Rettung 2011 zuschreiben, sondern ohne Rückgriff auf funktionierende Systeme von Frontzeck hätte er das auch nicht schaffen können - abgesehen von den glücklichen 1-0-Siegen. Paradoxerweise scheitert Schubert am selben Perfektionismus wie Favre am Ende - Prinzipien vor Psychologie; Idee durchziehen statt Ermutigen. Es ist zu verfahren, als dass Schubert zu halten wäre. Aber man sollte den Schwarzen Peter nicht bei ihm allein suchen. Denn sonst ist die Gefahr eines Abstiegs wirklich real. 

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12. September 2015 6 12 /09 /September /2015 09:38
Die Fans müssen weiter zum VfL halten - Pleiten reinigen von Modefans
Die Fans müssen weiter zum VfL halten - Pleiten reinigen von Modefans

Ein Phänomen im Fußball ist erstaunlich und tödlich. Auch gute Mannschaften geraten in Serien, aus denen sie trotz Mentalcoaches, Willensbekundungen, Klosterretreats nicht mehr rauskommen. Eintracht Frankfurt 2011, wir profitierten davon. HSV, Stuttgart vor einem Jahr - sie schafften es gerade noch so. So eine Serie ist nicht mit gutem Willen zu beenden. "Das war zu wenig", sagte Doll als BVB-Trainer 10 Mal hinternander und "Wir brauchen Ergebnisse". Und so ging es vielen auch sehr routinierten Coaches. Bei uns ist das System von Anderen entziffert worden. Dazu kommt, dass Fußball ein Spiel der Psyche ist. Wie die Vollmacht aus der Siegesserie, so kommt die Ohnmacht aus den Niederlagenserien. Fußball ist Domino und Anti-Domino.

Fußballerisch ist es für den Gegner einfach gegen eine solche Mannschaft. Ich brauche nur früh drauf gehen, wir verlieren den Ball in der eigenen Hälfte und bei der schwachen Abwehr klingelt es dann. Die Gegner brauchen momentan nur zu warten. Da hilft nur ein Erfolgserlebnis (30000 Euro Phrasenschwein). Der Negativlauf ist aber das, was jede Mannschaft trifft, denn die gegnerischen Trainer kennen die Folgen dieser Unsicherheit. Genauso spielte der HSV von Anfang an. Das ist die Gefahr. Der Hinweis des eigenen Trainers auf eigene Stärken wird unglaubwürdig. Ein Sieg in Köln - gerade im Derby - könnte die Schubumkehr sein. Die Fans sollten ihren Boykott dringend verschieben.

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