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28. Januar 2017 6 28 /01 /Januar /2017 19:03

Ehrlich gefragt: wer hat gezweifelt? Ich! Nach sehr gutem Start in Leverkusen wieder vermeidbare Gegentore, dann noch als Doppelpack. Und das nach einem Remis gegen einen abgeschlagenen Tabellenletzten, der von den Böcken sechs eingeschenkt bekam! Da sah nichts mehr nach Hoffnung aus, und ich, bronchial geschwächt, wollte mich unter die Decke verkriechen. Die Leistung stimmte, aber die mangelnde Effektivität ist meist der Grund für Abstiege von begabten Mannschaften. Meine Diagnose, dass der Mannschaft Führungskräfte fehlen, wurde endlich in Frage gestellt. Dieter Hecking scheint die Mutlos-Truppe auswärts richtig angepackt zu haben, denn plötzlich war dieses "Wir haben nichts zu verlieren"-Gefühl da, das Flügel verlieh. Dass nach dem erreichten Remis weiter gestürmt wurde, war eine tolle Sache. Denn endlich diese Serie  zu beenden, die so lähmt, das erforderte endlich mal den Mut zum offenen Visier. Dass sich dieser Mut so spektakulär auszahlte, ist ein Geschenk. Die Mentalität, unbedingt siegen zu wollen, war auch in der darauf folgenden Abwehrschlacht sichtbar.  Dennoch: Man täusche sich nicht: gegen Freiburg geht der harte Kampf um stabile Verhältnisse weiter. Aber es könnten mehrere Knoten geplatzt sein, und Hecking kann erst einmal in ruhigeren Wassern weiter arbeiten. Die Standardschwäche aber sollte schleunigst behoben werden!!!

Der Kapitän ging endlich voran!

 

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4. Oktober 2016 2 04 /10 /Oktober /2016 18:45
Die Auswärtsschwäche ist ein klares Kopfproblem
Die Auswärtsschwäche ist ein klares Kopfproblem

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Er lebt von Routinen, die die Komplexität des Daseins reduzieren und uns evolutiv überhaupt erst überlebensfähig machen. Deshalb sind Routinen per se nichts Schlechtes, im Gegenteil. Sie schaffen Struktur und Berechenbarkeit. Der Soziologe Niklas Luhmann hat gezeigt, dass diese Erwartungsstrukturen komplexe Gesellschaften überhaupt erst ermöglichen. Routinen können dann aber schädlich werden, wenn diese hemmend und nicht mehr positiv organisierend wirken. Das ist bei Borussia jetzt der Fall, wenn man auf die Auswärtsschwäche blickt. Routinen können Gewohnheiten werden, die man für unveränderlich hält. Beispielsweise gibt es kodependente Persönlichkeiten, die in geradezu suchtartiger Weise Partner wählen, die sie misshandeln. Der Wiederholungszwang ist trotz des schlechten Ergebnisses so tief verwurzelt, weil eine negative Berechenbarkeit einer Ungewissheit vorgezogen wird. Nun will ich nicht sagen, dass Borussia sich daran gewöhnt hat, auswärts zu verlieren oder das auch einfach so hinnimmt. Irgendwie hat sich aber eine Mentalität eingeschlichen, die eine Selbstverständlichkeit verhindert, die ein Team dieser Güte haben sollte. Ich behaupte bereits nach 10 Minuten erkannt zu haben, dass Gladbach sich in Schalke den Schneid abkaufen lässt. Und ich habe diese Dinge oft festgestellt, dass man auswärts irgendwie mit der Einstellung "schaun mer mal" herangeht. Die Einstellung "vielleicht holen wir einen Punkt, wenn es gut läuft, drei" reicht für ein Team nicht, welches den Anspruch einer Spitzenmannschaft hegt. Zuhause hat man diesen Anspruch, eine Festung zu verteidigen. Aber die Jungs fahren nicht nach Augsburg, Freiburg oder Hamburg mit der Einstellung: es ist selbstverständlich, dass wir als besseres Team hier gewinnen. Im Kopf ist das auswärts Punkte holen eine Kann-Option. Die reicht aber nicht gegen Gegner, für die Heimpunkte existenziell wichtig sind. Es muss ein Teil der Identität der Borussia werden, dass Siege gegen unser Team für Mainz, Freiburg oder Darmstadt einen absoluten Ausnahmefall darstellen. Diese Brust muss aufgebaut werden; an der fehlt es, nicht am fußballerischen Vermögen. Schubert hat sich selbst verraten, indem er meinte, auch auswärts müsse man ab jetzt auf Ergebnis spielen. Ist denn der Ballbesitz zum Selbstzweck geworden? Nein, die Selbstverständlichkeit muss in die Mentalität hinein - auch auswärts. Punkt. Drei Punkte!!!

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20. April 2016 3 20 /04 /April /2016 14:54
Wider die böse Anti-Schubert-Kampagne

Ich halte von der Anti-Schubert-Kampagne in breiten Fankreisen gar nichts. Sie ist meines Erachtens die Folge von Ignoranz, Undankbarkeit und wenig Sachverstand. Klar tut die Auswärtsschwäche weh, aber ich erinnere mich noch an den Herbst, wo ich sofort Platz 15 als Angebot unterschrieben hätte nach den HSV-, Sevilla- und Köln-Spielen. Es gibt genug Gründe, Schubert nachhaltige Effekte zuzutrauen. Er sollte die Chance bekommen, die Mannschaft auf die neue Saison vorzubereiten.

1. Schubert hat Mut zur Nachhaltigkeit. Er hat Elvedi und Christensen weit vorwärts gebracht. Die Abwehr wird auf Dauer ein Prunkstück. Hinteregger war Eberls Problem. Er hat den Mut zur variablen Dreierkette, der manchmal nach hinten losgeht. Aber er hat eine Idee und verfolgt sie. Die Niederlagen sind bis auf in Wolfsburg und 96 NICHT auf seine falschen Taktiken zurückzuführen.

2. Ich sehe die letzten beiden Spiele eher als eine Folge des absurden Schalke-Spiels. Macht Hahn in Ingolstadt das 1-0... Ich finde, Schubert hat genau den Plan, den wir brauchen. Einige der Auswärtsspiele waren überzeugend, aber eben ergebniskritisch. Ich glaube, mit einem falschen Schachzug hätten wir Hannover 96 werden können. So sind wir noch an Europa dran, das ist eigentlich ein Wunder.

3. Schubert tritt selbstbewusst, aber auch lernfähig auf. Er gehört zu der selbstreflexiven Trainergarde. Taktikfehler gehören dazu. Er hat eine routinierte Achse alter Abwehrrecken ersetzt, hat aus wenig in der Hinrunde extrem viel gemacht und muss jetzt neue Hierarchien finden. Das traue ich ihm auf Dauer unbedingt zu.

Und der Weinzierl-Hype ist Wahnsinn. Kumpel aus der Gegend glauben, dass er ein lokales Wunderkind ist, das schnell an seine Grenzen stößt außerhalb der schwäbischen Gemütlichkeit. Nein, so geht es nicht. Das "wo wir herkommen" ist diese Saison ein Bonmot, das mehr als je zuvor seine Berechtigung hat...

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19. März 2016 6 19 /03 /März /2016 13:03
Sich selbst schlagen ist eine schmerzhafte Disziplin
Sich selbst schlagen ist eine schmerzhafte Disziplin

Nein, ich will nichts mehr vom schönen Fußball hören. Fußball ist prinzipiell utilitaristisch, nicht ein Haltungsnotensport. Und so macht mich die allvierzehntägliche Litanei von "wir waren besser" narrisch. Eine Ergebniskrise auswärts ist eine Sache auch vom Pech, aber auch von fehlender Cleverness. Das ist einfach so. Ich habe eine spritzige, kreative und sehr aktive Borussia in Schalke gewesen, die dann aber die Spielchen anfing vor dem Tor des Gegners, als ginge es um das schöne Tor. Klar, der Lattenknaller von Dahoud, die Paraden von Fährmann, die überirdisch zu sein schienen - aber dennoch: Donezk hat ohne Spielpraxis dieser schwachen Mannschaft drei eingetütet, wir einen. Und wir haben den Schalker Odonkor laufen lassen und Tore des Slapstick kassiert. Nein, Schönreden hilft da nichts. Denn trotz tollem System wird das Ziel des Sport verfehlt - das Tore schießen und verhindern. Schalke war zu schlecht, wir waren zu doof. Wie traurig, dass dann das Schlechte sogar noch siegt...

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15. März 2016 2 15 /03 /März /2016 11:20
Wir sollten Schalke ins Parkstadion zurückbomben
Wir sollten Schalke ins Parkstadion zurückbomben

Das Spiel am Freitag Abend in der Turnhalle gegen den Wurstkönig und seine Knappen ist für Borussia von vorentscheidener Bedeutung in Richtung auf eine immer noch mögliche Champions League-Teilnahme. Denn die Auswärtsschwäche sollte gegen einen direkten Konkurrenten behoben werden, der dann noch Dortmund, Leverkusen und Bayern vor der Brust hat. Für Schalke wäre das ein Rückschlag - Borussia könnte dann gegen die Lieblings-Hertha zuhause nachlegen. Es ist ein Spiel, in dem sich das Schubert-System mal gegenüber dem alten Favre-Spiel bewähren kann. Denn hier ist frühes Pressen und schnelle Attacken auf die trägen Verteidiger Aogo und Co. angesagt. Borussia letzter schauriger Auftritt, in dem Schalke mit seiner einzigen Torchance gewann und Gladbach dann 83 Minuten anstümperte, scheint nicht mehr wiederholungswahrscheinlich zu sein. Wenn man das Spiel verliert, dann wohl eher, weil die Abwehr nicht auf Huntelaar und Mäxchen Meyer aufgepasst hat. Während ich wie viele Andere zuletzt zu viel Mut angeprangert habe, könnte hier "aus dem Mut eine Tugend" gemacht werden. Zu hoffen ist es. Und wenn der eingewechselte Hahn dann noch das Siegtor macht, ist das Happy End perfekt!!!

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