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6. Mai 2018 7 06 /05 /Mai /2018 17:50

Borussia zeigte im letzten Heimspiel gegen den SC Freiburg noch einmal ihr Potenzial auf. Ein Spiel mit Offensivstruktur und Zug. Für Viele bleibt der Europatraum am Leben. Doch ist der Platz sieben für die Entwicklung der Mannschaft in der kommenden Saison wirklich wünschenswert? Borussia braucht einen Umbruch und eine Vorbereitung, die im Gegensatz zur letzten eine starke Gewichtung auf den Abschluss legen MUSS. Zwar hat Borussia durch Stindls Verletzung keine deutschen, aber zumindest Schweizer Nationalspieler bei der WM. Eine durch eine mühsame Qualifikationsrunde gestörte Vorbereitung, die durch Reisen in die europäische Peripherie unterbrochen wird und nicht mal eine Erfolgsgarantie für die Teilnahme an der EL-Hauptrunde enthält, ist nicht das, was unter dem Traum Europa zu verbuchen ist. Dazu sind die wenig lukrativen Donnerstagsauftritte oft weitere Verletzungsquellen. Borussia braucht einen strukturellen Umbruch, der durch den Traum der Fans "Mit 10000 nach Rom" nicht gefährdet werden sollte. So schön die Reisen waren und wieder sein werden - aber meiner Ansicht nach sind das Mannschaftsgefüge und die -breite nicht stabil und hinreichend, um ein weiteres europäisches Abenteuer nach einer durchwachsenen Saison zu rechtfertigen. Ich denke aber, dass ein überlebenswilliger HSV meine Überlegungen ohnehin redundant werden lässt. 

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10. Dezember 2017 7 10 /12 /Dezember /2017 09:00

Borussia spielte eine Stunde lang ein hervorragendes Spiel gegen Schalke. Spielerisch klar überlegen und nach hinten stabil erarbeitete sich die Borussia eine Chance nach der anderen und ging mehr als verdient in Führung. Das Problem war, dass man das zweite Tor nicht machte. Und man darf diese Tatsache nicht am Videobeweis festmachen.  Es fehlte in entscheidenden Sequenzen des Spiels, in denen man sich sehr schön in eine Überzahlsituation kombiniert hatte, das koordinierte und kalte Spiel in die Spitze. Dies traf mehrfach auf Hazard, aber auch auf Stindl und Cuisance zu. Ob Bobadilla diese Lücke als Zielspieler füllen kann, wenn er mehr Praxis bekommt, ist die große Frage. Tadellos funktioniert die Sechs mit Kramer und Zakaria, auch die Abwehr machte trotz des unglücklichen Eigentors ein gutes Spiel. Aber so kommen wir wieder in die Sphäre mangelnder Belohnung. Auch in Wolfsburg wurde ein gutes Spiel nicht mit Toren garniert, so dass man nachher sogar eine hohe Niederlage kassierte. Es ist zu hoffen, dass Max Eberl perspektivisch an dieser Kaderlücke arbeitet. Denn der Fußball der Borussia ist attraktiv, Hecking entwickelt ein dynamisches Offensivspiel. Schade aber, wenn es gerade am Zielpunkt scheitert. Dennoch: brecht die negative Serie in Freiburg, dann sind wir weit über Soll!

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19. November 2017 7 19 /11 /November /2017 09:57

Für mich war es am Ende der letzten Saison ein Trost, dass das nicht notwendige Verpassen eines Euroleagueplatzes dazu führen könnte, dass Borussia nicht nur ad hoc-Anpassungen des Spiels, sondern den Aufbau eines Spielsystems durchführen könnte. Und trotz eines spielerischen (nicht aber punktemäßigen) Holperstarts zeigt sich jetzt in der Tat, dass dieses Jahr ohne Dauerreisen einigen Spielern gut tut. Es ermöglicht jetzt

+ Belastungsdosierung bei anfälligen Spielern

+ moderate Rotation

+ individuelle Spielvorbereitung auf fast jeden Gegner

+ Zielgerichtete Aufarbeitung gespielter Matches

Dazu kommt, dass Borussia mit seinen Schweizer, dänischen und deutschen Nationalspielern, die erfolgreich sind, dennoch internationale Erfahrung aufbaut. Dieter Hecking weiß, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, aber die Effektivität stimmt. Wir kennen Phasen, in denen Borussia in Schönheit gestorben ist. Jetzt ist es manchmal holprig, aber die Mannschaft kann in jeder Phase des Spiels treffen. Klar, die Anfälligkeit bei Standards, die Tendenz, manchmal regelrecht einzubrechen, die fehlende Fähigkeit, gegen tiefstehende Gegner selber durch diagonale Bälle Lücken zu reißen - alles noch Baustellen, aber Hecking schafft es, die überragende Individualität von Spielern wie Hazard, Stindl oder Raffael herauszukitzeln. Das andere wächst mit jedem Spiel weiter zusammen, ohne den Termindruck der letzten Jahre. Ich freue mich auf ein echtes Topspiel, wo Borussia gegen den Jupp durchaus eine Chance hat!

 

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8. Mai 2017 1 08 /05 /Mai /2017 08:47

Es ist schaurig, wenn viele Fans wieder von den "seelenlosen Profis" nach dem Spiel gegen den FC A sprechen, in einem Spiel gegen eine um die Existenz kämpfende Mannschaft, in der Mann sogar bis zur letzten Sekunde an den Ausgleich glaubte. Nein, die Leistung war nicht gut, aber dass die Profis keine Lust auf Europa haben, ist eine geradezu perfide Unterstellung. Nachdem sie mit der letzten Kapelle geradezu heldenhaft in Mainz gewonnen haben!

Ich erinnere noch einmal an den Fall Enke. Auch höchst vorteilhaft bezahlte Profis sind keine Gladiatoren oder Playstation-Figuren. 32 Ligaspiele plus sechs Pokalspiele plus 12 CL bzw. Euroleague-Spiele sind 50 Spiele. Dass durch die Verletzungen Leute wie Stindl, Sommer, Christensen sehr viel tragen mussten und nicht mehr ganz frisch waren, (bei Sommer gilt das nicht), ist normal. Dass das höchst unglückliche Ausscheiden gegen Schalke und Frankfurt seine Spuren hinterlässt, ist auch klar!

Dass die Qualität gerade in der Spitze nach dem Ausfall von Raffael und Hazard nicht genügend ist, wurde klar. Aber auch hier hilft kein Lamentum, sondern eine zielgerichtete Analyse. Dass mit Benes der Verlust von Dahoud wohl wieder gut aufgefangen werden kann, dass ein Nico Schulz neue Impulse setzen kann, dass  junge Spieler wie Elvedi wachsen, das sind gute Zeichen für eine konstruktive Vorwärtsentwicklung. 

Ich glaube, es ist für die sich verschlechternde Fankultur eine positive Sache, wenn man wieder mit voller Power durch Deutschland fährt, als wenn Einmal-Fans stolz die Raute in Barcelona spazieren führen, die noch nie im Park waren - alles erlebt! Und die Facebook-Nörgelgruppe sollte man besser schließen!

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17. März 2017 5 17 /03 /März /2017 16:27

Ja, da war ein Maulwurfshaufen, der den Faden des Balles und das Spiel der Borussia reißen ließ. Und es stimmt, der Elfer für Schalke war keiner. Dennoch: Borussia führte gegen eine biedere Gelsenkirchener Handwerkertruppe mit 2-0 und wirkte dennoch nie souverän. Es gab neben diesen Ereignissen auch die Instabilität erzeugenden verletzungsbedingten Auswechslungen von Johnson und Kramer. Gründe, das ganze Spiel als tragisch und mehr als unglücklich zu bewerten, gibt es viele. Dennoch: Borussia ist in der Oszillationsbreite von Genie und Wahnsinn, von Hochtempokombinationen und unsicheren Phasen mit Ballverlusten, von Dominanz und Abstinenz gefangen. Das Wort von der Wundertüte passt. Und so ist es keineswegs ausgemacht, dass Borussia das Pokalfinale im Heimspiel gegen Frankfurt erreicht. Es ist gut, dass das Spiel erst in sechs Wochen stattfindet, in der einige Spieler genesen können, aber Hecking vor allem strukturelle Stabilität etablieren kann. Einige Spieler sind an der Grenze zum Bundesliganiveau oder darunter; ein Jantschke ist nicht schnell genug, ein Hahn technisch zu schwach und Drmic hat wohl nur eine gute Phase beim Club gehabt. Schalke war keine Mannschaft, sondern hatte mit Max Meyer, Burgstaller und Co. lediglich gute Einzelspieler, die aber dennoch Borussia unter Druck setzen konnten. Es ist leider so, dass das Borussengefüge in der Breite noch weit von einem Spitzenteam entfernt ist. Hier gilt es nachzurüsten, und die Aufgabe von Max Eberl ist noch lange nicht beendet.

 

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5. März 2017 7 05 /03 /März /2017 10:23

Borussias Super-Serie unter Dieter Hecking gibt eine Menge Anlass zur Euphorie. Die Art und Weise, wie die Tore herausgespielt wurden in der zweiten Halbzeit, war großartig. Gerade das 2-1 erinnerte an Kombinationen zwischen Netzer und Heynckes in den Siebzigern. Glücklicherweise war nicht jeder Schuss ein Treffer und ließ Goretzkas wunderschöner Kopfball das Ergebnis für die Gelsenkirchener noch halbwegs erträglich aussehen. Stellen wir uns vor, wir hätten 6-1 gewonnen. Die Favoritenrolle für das Euroleague-Duell wäre gefährlich einseitig verteilt gewesen. So bleiben einige relativierende Faktoren übrig, die Realist Dieter Hecking und sein Co Dirk Bremser sicher einwerfen werden:

  • In Schalke sah Borussia die letzten Jahre meist schlecht aus (vorletztes Jahr sehr unglücklich).
  • Borussia schoss wenige Tore auf Schalke. Dabei sind Auswärtstore in diesem Wettbewerb so wichtig.
  • Bei aller spielerischer Fähigkeit ist Borussias Abwehr nicht so sattelfest, als dass man sich auf ein Zu-Null-Spiel zuhause verlassen sollte.
  • Für Schalke ist es die ultima ratio. Das ist immer eine gefährliche Situation, wenn ein Gegner mit dem Rücken zur Wand steht. Denn fußballerische Fähigkeiten sind beim Gegner definitiv vorhanden.
  • Der Gegner lebt von seiner Identität als "Eurofighter". Sie werden diesen Wettbewerb mit aller Kraft zur Rehabilitation nutzen wollen.

Es ist somit GAR NICHTS entschieden, auch wenn Borussia sich eine leichte Favoritenrolle erarbeitet hat. Heckings Kniff mit Fabian Johnson im Ligaspiel war ein Geniestreich. Hoffentlich fällt ihm wieder Überraschendes ein. 

 

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