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23. Juli 2017 7 23 /07 /Juli /2017 11:43

Ich habe doch bis auf das Leeds-Spiel und die letzte Trainingseinheit am Samstag einen guten Überblick über das Training der Borussia bekommen und die hervorragenden Zusatzinformationen von Fohlen Hautnah und Torfabrik dazu verfolgt. Das Interview mit Dieter Hecking auf Fohlen Hautnah ist präzise, aufschlussreich, aber auch verräterisch. Denn irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass das System des Kettenspiels dazu tendiert, zum Selbstzweck zu werden. Es ist sicherlich taktisch eine hervorragende Idee, wenn Hecking im Training Dreier- gegen Viererkette spielen lassen will, dass alle Spieler variabel auf beide Systeme umstellen können. Dennoch bleibt es, dass Borussia – und das schon seit der Favre-Ära – dazu tendiert, den intelligenten One-Touch-Fußball zum Selbstzweck werden zu lassen. Als seien Standardtore weniger wert und seien gegen die große Strategie gerichtet. Ich übertreibe vielleicht, aber ich fürchte, dass das Ziel des Sport, das direkte und effektive Erzielen von Toren, dabei etwas in den Hintergrund gerät. Das mental sehr auswändige Spiel durch die Ketten kann letztlich Konzentration im Abschluss und bei Standards kosten. Eine Vermutung, nichts anderes. Aber ich hoffe, dass Hecking für den Abschluss Dinge im Köcher hält. Die Testspielniederlage hat den geschilderten Eindruck noch bestätigt. 

 

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18. Juli 2017 2 18 /07 /Juli /2017 11:38

Trainer Dieter Hecking steht auf dem Taktikturm und nutzt die Flüstertüte, um seine Vorstellungen vom System aufs Feld zu kommunizieren. Das Trainingslager vor gut 500 Fans erweist sich erneut als eine Zeit, in der Kondition und Sprintfähigkeit mit Taktikschulung kombiniert wird. Der große Kader wird noch verkleinert werden; ansonsten sieht es so aus, als setze Borussia, wie Max Eberl noch einmal betonte, bedingungslos auf die Spielidee des schnellen Umschaltfußballs. Da ist ein Stoßstürmer nicht mal als Alternative denkbar. Drmic soll abgegeben werden. So setzt die Borussia wohl auf die Kreativität Raffaels, auf Hazards und Traorés Spritzigkeit vom Flügel her und auf die zunehmende Abschlussstärke eines Jonas Hofmann. Persönlich glaube ich, dass Patrick Hermann sein letztes Jahr vergessen lässt und als torgefährlicher Außen ebenfalls zur notwendigen Verbesserung der Offensivstärke beitragen wird. Ansonsten: Cuisance brilliert und findet begeisterten Zuspruch bei den Zuschauern. Borussia als Systemmannschaft, das ist gut so. Aber ein gewisses Update fürs Grobe wäre mir persönlich ganz Recht!!!

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29. April 2017 6 29 /04 /April /2017 15:16

Mit dem letzten Aufgebot und nach 120 plus-Minuten in den Beinen gelang Borussia ein verdienter, wenn am Ende auch noch kurz gefährdeter Sieg beim absteigsbedrohten FSV Mainz 05. Dies ist um so bemerkenswerter, als dass nach der Pokalniederlage und dem unglücklichen Europaleague-Aus die Moral nicht leicht aufrechtzuerhalten war. Ich gebe zu: meine Lust auf Fußball war am Boden am Dienstag Abend. Und die Mannschaft hatte weit mehr Moral als ich selber. Die Chancen auf Europa sind noch intakt. Man ist wieder vor Schalke, knapp hinter Köln und Freiburg. Bremen scheint zu stabil zu sein. Aber ermutigend war, dass sich durch diese Verletzungsmisere junge Leute bewähren können wie Benes und Nico Schulz auf einmal in die Lage versetzt wird, eine echte Führungsrolle zu übernehmen. Die Mannschaft ist intakt, sie kämpft weiter. In diesem Sinne hatten die Spieler Charakter, wo ich nur Frust geschoben habe. Danke, Borussia!!! Das war einer der charakterlich größten Siege überhaupt!!!

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23. April 2017 7 23 /04 /April /2017 10:38

Das 2-3 als Ergebnis Borussia gegen Borussia täuscht. Denn die Gladbacher hatten keine realistische Chance gegen die weit stärker besetzte Dortmunder Borussia. Das ist nicht schlimm, sondern nur eine realistische Bestandsaufnahme. Dortmunds Kader ist fast drei Mal teurer; gerade offensiv ist die Mannschaft eine der Top-Adressen in Europa. Einen Reus oder Abameyang kriegen wir nicht in den Begriff. Dembele im Mittelfeld mit Guerreiro, ein offensiver Pulisic - da ist Dortmund fast zwei Klassen besser besetzt. Das Tempospiel, das Gladbach strategisch ähnlich spielt, wird dann von den besseren Spielern mit noch mehr Tempo und Abschlussfähigkeit inszeniert. Kein Grund zur Trauer. Dabei haben die Dortmunder mit quasi zwei Eigentoren noch kräftig mitgeholfen, unsere Raute bis zum Schluss im Spiel zu halten. Die Einwechselung von Korb erwies sich als destabilisierender Faktor, und in einem solchen Spiel geht ohne Raffael nun gar nicht. Auch Hazard fehlte, Hermann kam zu spät ins Spiel. Was sind nun die Folgerungen für das Frankfurtspiel? Frankfurt hat gegen Augsburg überzeugt und arbeitet sich aus der Krise heraus. Ein gefährlicher Gegner, ein zähes Spiel mit der Akzentuierung des zu null ist zu erwarten. Letztlich war das Heimspiel zuletzt ein Spiel fast ohne Torchancen. Borussia ist wohl geraten, gegen die hart spielenden Frankfurter einen frühen Rückstand zu vermeiden. Über die Zeit sollte sich die spielerische Klasse auch ohne Raffael durchsetzen. Das Dortmund-Spiel war kein Maßstab. Es wäre für Borussia sogar besser, wenn man es gegen die Eintracht schafft, wenn Bayern sich gegen den BVB durchsetzt. Denn strukturell kommt uns Bayerns Fußball weit mehr entgegen und die wären in einem Spiel schlagbar, der BVB wohl kaum!!!

Die Zecken sind den Gladbachern ein gut Stück voraus

Die Zecken sind den Gladbachern ein gut Stück voraus

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5. April 2017 3 05 /04 /April /2017 19:55

Der Heimsieg der Borussia gegen Hertha fiel drei Tore zu niedrig aus. Aber er weckt neue Hoffnung auf Europa und neue Stabilität, nachdem das Aus gegen Hertha befürchten ließ, dass die neue Abwehrstabilität unter Hecking nur ein temporäres Phänomen sei. Aber das wurde eindrucksvoll widerlegt. Es zeigte sich auch, dass Lars Stindl die gewonnene Spielpraxis gut tut. Besonders erfreulich war, dass Benes nicht nur ob seines Tores ein gelungenes Debüt feierte und das Sechser-Problem vielleicht wieder einmal zu einem wunderbaren Profi-Start wird. Nach dem glücklichen zu null gegen Frankfurt ist die Abwehr wieder stabil, Yann Sommers weiße Weste darf länger Bestand haben. Getrübt wird der Gesamteindruck von der fahrlässigen Chancenverwertung, auch wenn diese durch Pech mitbedingt war. Aber dennoch: die Mannschaft verlor nicht den Kopf, und das ohne die routinierte Doppelsechs. Dies spricht dafür, dass der Spielrhythmus im Kollektiv bestimmt wird. Die 7 Punkte auf Platz 16 beruhigen die Lage, so dass die Borussia nicht nur in Richtung Pokal, sondern auch auf die Dahoud- und Christensennachfolge bereits einige Versuche starten kann. Auch zeigt sich, dass mit einem Sieg gegen Köln und Herthas und Frankfurts Schwäche Platz sieben noch gut machbar ist! Ein guter Abend für unsere Borussia!

 

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1. April 2017 6 01 /04 /April /2017 18:23

Borussia steht mitten im Abstiegskampf und hat dennoch die Hoffnung auf Europa. In diesem Widerspruch ist die Mannschaft gefangen, die in Frankfurt den Euroleague-Plätzen nicht näher kam, sondern sich eher als Mitbewerber im Kampf gegen die Relegation erwies. Borussia spielte so, als sei man von den Abgängen Mo Dahouds und Christensens sehr geschockt. Das zu null in Frankfurt ist lediglich der Tatsache zu verdanken, dass Yann Sommer endlich einen Elfer hielt und die Defensive bei Standards konzentriert blieb. Dazu brachte Hrgota es nicht fertig, die Borussia noch tiefer in den Schlamassel zu stürzen. Wer vom Pokalsieg träumt, sollte aufwachen und akzeptieren, dass Borussia noch lange kein Spitzenteam ist. Und dass das Heimspiel gegen die Eintracht noch lange nicht den Weg nach Berlin bedeutet. Steigerungspotenzial ist da, muss aber DRINGEND genutzt werden. Ansonsten wird die Saison mit mehr Flecken als einem blauen Auge beendet werden!

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17. März 2017 5 17 /03 /März /2017 16:27

Ja, da war ein Maulwurfshaufen, der den Faden des Balles und das Spiel der Borussia reißen ließ. Und es stimmt, der Elfer für Schalke war keiner. Dennoch: Borussia führte gegen eine biedere Gelsenkirchener Handwerkertruppe mit 2-0 und wirkte dennoch nie souverän. Es gab neben diesen Ereignissen auch die Instabilität erzeugenden verletzungsbedingten Auswechslungen von Johnson und Kramer. Gründe, das ganze Spiel als tragisch und mehr als unglücklich zu bewerten, gibt es viele. Dennoch: Borussia ist in der Oszillationsbreite von Genie und Wahnsinn, von Hochtempokombinationen und unsicheren Phasen mit Ballverlusten, von Dominanz und Abstinenz gefangen. Das Wort von der Wundertüte passt. Und so ist es keineswegs ausgemacht, dass Borussia das Pokalfinale im Heimspiel gegen Frankfurt erreicht. Es ist gut, dass das Spiel erst in sechs Wochen stattfindet, in der einige Spieler genesen können, aber Hecking vor allem strukturelle Stabilität etablieren kann. Einige Spieler sind an der Grenze zum Bundesliganiveau oder darunter; ein Jantschke ist nicht schnell genug, ein Hahn technisch zu schwach und Drmic hat wohl nur eine gute Phase beim Club gehabt. Schalke war keine Mannschaft, sondern hatte mit Max Meyer, Burgstaller und Co. lediglich gute Einzelspieler, die aber dennoch Borussia unter Druck setzen konnten. Es ist leider so, dass das Borussengefüge in der Breite noch weit von einem Spitzenteam entfernt ist. Hier gilt es nachzurüsten, und die Aufgabe von Max Eberl ist noch lange nicht beendet.

 

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5. März 2017 7 05 /03 /März /2017 10:23

Borussias Super-Serie unter Dieter Hecking gibt eine Menge Anlass zur Euphorie. Die Art und Weise, wie die Tore herausgespielt wurden in der zweiten Halbzeit, war großartig. Gerade das 2-1 erinnerte an Kombinationen zwischen Netzer und Heynckes in den Siebzigern. Glücklicherweise war nicht jeder Schuss ein Treffer und ließ Goretzkas wunderschöner Kopfball das Ergebnis für die Gelsenkirchener noch halbwegs erträglich aussehen. Stellen wir uns vor, wir hätten 6-1 gewonnen. Die Favoritenrolle für das Euroleague-Duell wäre gefährlich einseitig verteilt gewesen. So bleiben einige relativierende Faktoren übrig, die Realist Dieter Hecking und sein Co Dirk Bremser sicher einwerfen werden:

  • In Schalke sah Borussia die letzten Jahre meist schlecht aus (vorletztes Jahr sehr unglücklich).
  • Borussia schoss wenige Tore auf Schalke. Dabei sind Auswärtstore in diesem Wettbewerb so wichtig.
  • Bei aller spielerischer Fähigkeit ist Borussias Abwehr nicht so sattelfest, als dass man sich auf ein Zu-Null-Spiel zuhause verlassen sollte.
  • Für Schalke ist es die ultima ratio. Das ist immer eine gefährliche Situation, wenn ein Gegner mit dem Rücken zur Wand steht. Denn fußballerische Fähigkeiten sind beim Gegner definitiv vorhanden.
  • Der Gegner lebt von seiner Identität als "Eurofighter". Sie werden diesen Wettbewerb mit aller Kraft zur Rehabilitation nutzen wollen.

Es ist somit GAR NICHTS entschieden, auch wenn Borussia sich eine leichte Favoritenrolle erarbeitet hat. Heckings Kniff mit Fabian Johnson im Ligaspiel war ein Geniestreich. Hoffentlich fällt ihm wieder Überraschendes ein. 

 

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26. Februar 2017 7 26 /02 /Februar /2017 15:53

 

Es wäre die Chance gewesen, ganz groß zu werden. Lars Stindl, der Superstar von Florenz, hat ein zweifelhaftes Tor geschossen. Er jubelte nicht, weil er wusste, dass es nicht regulär war. Hätte er das angezeigt, hätten das nicht alle verstanden. Aber es wäre echte Größe gewesen. Es hätte eine Art Dankbarkeit für den Segen der letzten Wochen gezeigt. Aber der Druck auf einem Profi, danach Vorwürfe aus dem Umfeld zu bekommen, scheint zu hoch zu sein. Ich persönlich hätte es geschätzt und auf zwei Punkte verzichtet. Denn ich glaube, dass die Fortuna, die Glücksgöttin im Fußball, diese Dinge genau verzeichnet und wir sie hätten milde stimmen können. Was wir hier an zwei Punkten gewinnen, könnten wir durch eklatantes Pech in der 93. Minute in Hamburg oder in den Euroleague-Spielen wieder einbüßen. Jenseits dieser gerechtigkeitsethischen Küchenüberlegungen darf man dennoch mit der gewachsenen Stabilität zufrieden sein; trotz Rotation hat Borussia sich ein Spiel auf Remis-Niveau nach einem Donnerstagseinsatz erkämpft und drei verbucht - Hahns Tor scheint den Sieg posthoc zu rehabilitieren. Leider ist Drmic der Durchbruch eines Erfolgserlebnisses verwehrt geblieben. Aber dennoch kann der gesundete, nun wirklich breite Kader zu einem enormen Wettbewerbsvorteil werden. Schön, dass Yann Sommer wieder großartige Paraden zeigt. Dieser vierte Auswärtssieg in Folge wird von mir dennoch mit gemischten Gefühlen abgehakt. 

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8. Februar 2017 3 08 /02 /Februar /2017 11:22

Es ist wohltuend, dass Dieter Hecking der Borussia die Ruhe wieder gegeben hat. Und wie ein erfahrener, souveräner Trainer gerade die Führungsspiraler wieder in die Spur bringt, zeigt der gebürtige Westfale in beeindruckender Weise. Kapitän Stindl geht voran, die Dynamik mit Raffael funktioniert wieder; Kramer wird wieder in seiner Stärke der Balleroberung sichtbar und auch Yann Sommer wirkt wieder kommunikativ und souverän. Dazu baut Hecking mit Jantschke auf Routine und mit Vestergaard auf einen Neuzugang, der gegen Freiburg mal schwach aussah, aber insgesamt zum Abwehrchef wachsen kann. 

Hat André Schubert alles falsch gemacht? Nein, ihm fehlten schlicht die Ergebnisse, aber in entscheidenden Momenten die richtige Ansprache, die die Hierarchie in der Mannschaft gestärkt hätte. Es ist nicht, dass Hecking der Wundermann ist, der den Versager Schubert abgelöst hätte. Aber der Routinier Hecking drehte genau an den richtigen Schrauben, an denen der Fußball-Intellektuelle Schubert aus verschiedenen Gründen - mangelnde Kontinuität, zu hohes Risiko, fehlende Ansprache an Führungsspieler - scheiterte. Es ist gut, wenn Dieter Hecking, der unspektakuläre Pädagoge, genau mit dieser soliden Arbeit weiter macht, die bereits vor seinem Amtsantritt von manchem Fan gefürchtet wurde. 

 

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