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7. Juli 2018 6 07 /07 /Juli /2018 13:24

Nach dem letzten Trainingslager schrieb ich in diesem Blog, dass ich die Struktur der Einheiten als nicht ausgewogen empfand. Besonders wurde mir diese erste Intuition klar, als ich parallel dazu eine Trainingseinheit des FC Liverpool beobachtete, die nach der Borussia am Birkenmoos in Rottach trainierten. Denn was Borussia eine Woche lang so gut wie gar nicht trainierte, dass taten Milner, Can und Co. die ganze Einheit lang: Torabschlüsse aus allen Lagen zu üben, mit vielen Varianten und quasi als Dauerkanonage auf das Tor des mittlerweile gebrannten Kindes Karius und seiner Kollegen. Diese Einschätzung, dass Borussia das Kurzpassspiel zu einem mindereffektiven Selbstzweck werden ließe, bestätigte sich grundsätzlich in der darauf folgenden Saison. Egal, ob der neue Mann neben Stindl, Drmic, Hermann und Traoré nun Pleá, Inglese oder wie auch immer heißen mag: die ganze Philosophie sollte wieder mehr auf das direkte Erreichen des Spielziels gerichtet werden. Nachdem unter Favre Standardtore fast als Stigma galten, sollten die Mittel, ein Spiel durch einen Torerfolg zu öffnen, komplett ausgeschöpft werden. Borussia hat die Fähigkeit, schnell das Mittelfeld zu überbrücken, wie es die Belgier fast perfekt in einigen Situationen bei dieser WM vorexerzierten. Doch jetzt ist es an der Zeit, ganz vorne variable Situationen im eins gegen eins, über Flanken aus dem Halbfeld und Torschüsse aus 15-20 Metern herzustellen und in Fleisch und Blut übergehen zu lassen. Den Ball ins Tor zu tragen, dazu reicht weder die spielerische Klasse noch die psychische Energie, die ein Dauerballbesitzspiel erfordert. Ich freue mich auf die Tage in Rottach, die für mich wie immer ein Höhepunkt im Jahr sind - mit Bräustüberl, Mountainbike, aber eben auch dem Fanaustausch und dem obligatorischen Freundschaftsspiel neben der Kuhweide. 

Bitte keine Spielchen um ihrer selbst willen!!!

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3. August 2017 4 03 /08 /August /2017 06:35

 

Die Wahrheit über diese Saison kann sich relativ schnell offenbaren. Denn Spiele wie in Essen und in Augsburg werden zeigen, ob Borussias Kurzpassspiel zum Einsetzen der Zielspieler Stindl und Raffael führt oder nicht. Oder wird es wieder ein trostloses Ballgeschiebe, mit einem maximalen torlosen Remis in Augsburg werden? Das eine Training von Liverpool, die Abschlussübungen aus schwierigen Winkeln, die Technik eines Firminho und eines Milner, ließen mich schwärmen. Mit Schrecken dachte ich daran, dass im Birkenmoos so gut wie keine Torschussübungen stattgefunden hatten. Das Setzen auf Raffael kann sich als strategischer Fehler erweisen. Denn die Kraft lässt beim Brasilianer langsam nach. Auch die Verletzungsanfälligkeit wird höher. Und Gegner defensiverer Art verstehen es, den Techniker aus dem Spiel zu nehmen. Es bleibt zu hoffen, dass es zumindest mit der Ausleihe eines einigermaßen erprobten Knipsers klappen. Ich kann mir vorstellen, dass Torgan Hazard mehr zentral spielen wird, was er gegen Nizza erfolgreich tat. Aber er ist der Mann, der aus dem Halbfeld kommen muss. Ich bin auf jeden Fall dafür, dass Borussia in Richtung Stürmer noch tätig wird. Damit es kein böses Erwachen nach tormageren Spielen gibt!

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23. Juli 2017 7 23 /07 /Juli /2017 11:43

Ich habe doch bis auf das Leeds-Spiel und die letzte Trainingseinheit am Samstag einen guten Überblick über das Training der Borussia bekommen und die hervorragenden Zusatzinformationen von Fohlen Hautnah und Torfabrik dazu verfolgt. Das Interview mit Dieter Hecking auf Fohlen Hautnah ist präzise, aufschlussreich, aber auch verräterisch. Denn irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass das System des Kettenspiels dazu tendiert, zum Selbstzweck zu werden. Es ist sicherlich taktisch eine hervorragende Idee, wenn Hecking im Training Dreier- gegen Viererkette spielen lassen will, dass alle Spieler variabel auf beide Systeme umstellen können. Dennoch bleibt es, dass Borussia – und das schon seit der Favre-Ära – dazu tendiert, den intelligenten One-Touch-Fußball zum Selbstzweck werden zu lassen. Als seien Standardtore weniger wert und seien gegen die große Strategie gerichtet. Ich übertreibe vielleicht, aber ich fürchte, dass das Ziel des Sport, das direkte und effektive Erzielen von Toren, dabei etwas in den Hintergrund gerät. Das mental sehr auswändige Spiel durch die Ketten kann letztlich Konzentration im Abschluss und bei Standards kosten. Eine Vermutung, nichts anderes. Aber ich hoffe, dass Hecking für den Abschluss Dinge im Köcher hält. Die Testspielniederlage hat den geschilderten Eindruck noch bestätigt. 

 

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