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1. Mai 2018 2 01 /05 /Mai /2018 11:13

Borussia ist nicht auf dem Weg in graues Mittelmaß mit der Tendenz nach unten. Das Spiel beim Tabellenzweiten Schalke 04 hat gezeigt, dass Borussia ein Gegner auf Augenhöhe ist, was auch ohne die rote Karte der Fall gewesen wäre. Gladbachs Stärke in der Favre-, aber auch Post-Favre-Zeit liegt in einem Team, das aus intelligenten und charakterstarken Teamspielern besteht. Diese Kultur perpetuiert zu haben ist das große Verdienst Max Eberls, dessen Transfers nicht in jedem Falle sportlich gelungen waren, die aber einen nachhaltigen Effekt bewirkt hat. Borussia kann auf die Achse Stindl - Ginter - Kramer - Sommer auch in der nächsten Saison bauen; diese Spieler haben neben fußballerischem Vermögen auch enormes Persönlichkeitsvermögen, so dass sie eine Mannschaft führen und auf seriösen Wegen halten können. Matthias Ginter, dem ich zugegebenermaßen bei der hohen Ablöse zunächst  kritisch gegenüber stand, bringt enorme Ruhe in die Abwehr und vermag souverän zu kommunizieren. Hier wäre es wünschenswert (ist aber unwahrscheinlich), dass Yannick Vestergaard Borussia erhalten bleibt. Christoph Kramer identifiziert sich voll und ganz mit dem Verein und gibt im wahrsten Sinne alles für Borussia. Er hat nach dem WM-Finale und dessen Umständen gelernt, gezielter in der Öffentlichkeit zu agieren und strahlt Kampfes- und Siegeswillen aus. Yann Sommer hatte nicht seine stärkste Saison, aber er ist als mitspielender und kommunizierender Spieler auf und neben dem Platz eine eigene Marke, die die Marke Borussia stärkt. Und Lars Stindl hat einzigartige offensive Qualitäten und einen demütigen Führungsstil, der nach innen voll akzeptiert wird. Diese Achse ist ein wesentlicher Faktor und eine Garantie dafür, dass Borussia weiterhin ein Kandidat für europäische Plätze bleiben wird - jenseits aller Lösungsoptionen im Sturm und Fragen um die Abwehr. 

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28. April 2017 5 28 /04 /April /2017 07:02

Strobel verwandelte sicher

 

Fünf sehr gut geschossene Elfmeter reichten nicht zum Weiterkommen gegen Eintracht Frankfurt. Warum nicht? Weil die Frankfurter auch gute Elfmeter schossen? Ja. Und doch ist das nur ein Teil der Wahrheit. Denn im Gegensatz zum Frankfurter Torwart, der lange stehen blieb, war das Verwandeln der Borussen-Elfmeter nur durch außergewöhnliche Entschlossenheit möglich. Dass nach den fünf sicheren Schützen die Kälte nachlassen würden, war klar. Dass Yann Sommer einen Elfmeter hielt, war in Ordnung. Dennoch sprach alles dagegen, dass das Penaltyschießen zu gewinnen war. Denn ich habe noch nie gesehen, wie einfach ein sich zu früh bewegender Torwart dem Schützen die Ecke anbot und sich einfach auf den Boden legte. Dieses Verhalten war schon bei zahlreichen Elfmetern in der Bundesliga zu erkennen, die Sommer nicht halten konnte. Natürlich spielt seine kleinere Größe als der Schnitt eine Rolle, so dass er dazu tendiert, dies durch Schnelligkeit zu kompensieren, um in die Ecke zu gelangen. Doch ist dieses Verhalten bekannt, braucht der Schütze nur zu warten. Da ist im Elferschießen grundfalsch und ein Verhalten, dass bei potenziellen Schützen in der Liga bekannt ist. Wo war Kamps? Wo hat der Torwarttrainer an dieser elementaren Schwäche gearbeitet? Sommer konnte in Basel Elfer, in Gladbach plötzlich nicht mehr. Ich bleibe dabei. Katze Kamps hätte hier eingreifen müssen. Notfalls hätte man sagen müssen, dass ein längerer Torwart ins Tor geht. Elferschießen kann man verlieren, aber hier waren vermeidbare Faktoren im Spiel, die nicht vermieden wurden!!!

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25. April 2017 2 25 /04 /April /2017 21:40

Friedhof der Träume

Die Tragik der Borussia in Pokalhalbfinals - Stichwort Dante und Matthäus - wird durch einen jungen Spieler verlängert, der sehr jung ist und dem man keinen Vorwurf machen kann. Denn er hatte gute Aktionen und man hätte ahnen können, dass er kalt wie Benes verwandeln würde. Nur: im Elferschießen war Sommer allein größenbedingt hochgradig im Nachteil. Die Borussia hat gut geschossen, gegen Viele hätte es gereicht, aber nicht gegen diese Eintracht an diesem Abend. Die Tragik liegt darin, dass man mit Hazard und Raffael sicherlich mit 3-1 spätestens nach Verlängerung gewonnen hätte. Dass der ganz schwache Hrgota das entscheidende Dingen machte, das setzt der Tragik noch die symbolische Krone auf!!!

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5. August 2016 5 05 /08 /August /2016 12:07
Mo Dahoud spielt schon Champions League Niveau
Mo Dahoud spielt schon Champions League Niveau

Allen proaktiven Warnungen der Offiziellen zum Trotz muss Borussia das Glückslos Young Boys Bern zur Qualifikation für die Champions League nutzen. Denn sollte das Projekt unter diesem günstigen Stern scheitern, wäre die gute Stimmung am Park hin. Fünf Gründe, warum es klappen muss.

  • (1) Borussia hat mehr CL-Erfahrung als die Boys und ist in den letzten vier Jahren durch Quali-Niederlagen, CL-Siege und Euroleague-Erfolge gegangen.
  • ​(2) Borussia hat den weit talentierteren und teureren Kader. Die Mannschaft ist bis auf die Torwartposition fast durchweg doppelt stark besetzt und kann flexible Systeme spielen.
  • (3) Borussia ist im Prinzip eingespielt und greift auf die Achse aus der letzten Saison zurück. Granit Xhaka fehlte der Borussia oft genug. Kramer ersetzt ihn defensiv mindestens gleichwertig - offensiv ist Mo Dahoud der große Zampano.
  • (4) Gladbach hat wenig Verletzte und kann eine letzte Saison großartig krönen. Die Feier gegen Leverkusen am 33. Spieltag ist unvergessen - Herthas Ausscheiden gegen Bröndby aber ist Warnung genug. Die Jungs sind professionell und wissen, dass die CL ihren Marktwert wie nichts anderes steigern kann.
  • (5) Die umgekehrte Medaille ist: sollten es die Borussen vermasseln, dann würde sie eine große Chance zur sportlichen und finanziellen Konsolidierung verpassen, was den Jungs die ganze Saison nachhängen könnte. In diesem Sinne ist das vermeintlich leichte Los auch eine Gefahr.

​Echte Borussen sind zwar keine Cocktail-Fans, aber wir nehmen die Dienstags- und Mittwochs-Parties gerne mit, noch ein paar mehr als letzte Saison. In diesem Sinne: haut rein, Jungs...

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15. Februar 2016 1 15 /02 /Februar /2016 15:13
Ist die Einheit im Team wirklich vorhanden?
Ist die Einheit im Team wirklich vorhanden?

Das HSV-Spiel war ein Desaster. Nicht, weil man verloren hat. In Mainz hat man gut gespielt und verloren. Es sah in weiten Teilen gut und stabil aus, was die Borussia gegen die starken Mainzer spielte. Aber in Hamburg war alles anders. Trotz früher Führung oder vielleicht gerade deswegen geriet das Spiel der Borussia außer Rand und Band. Es war Slapstick, Comedy, wie Xhaka oder der sonst so stabile Oscar die Bälle in der Vorwärtsbewegung verspielten. Gegen einen starken Gegner hätte es in der ersten halben Stunde Gegentore gehagelt. Die Führung verführte die Mannschaft zu Leichtsinn, es war eine mentale Fehlleistung im Kollektiv, die ziemlich unerklärlich ist, zumal die Mannschaft fähig sein sollte, sich auf DAS EINE SPIEL pro Woche zu konzentrieren. Aber taktisch fällt auf, dass die Mannschaft ungestüm und zu früh angreift und das Pressing dabei nicht optimal gelingt. Dadurch entstehen Löcher im Mittelfeld und es scheint, als gäbe es gar keine Sechs mehr. Die Verteidigung rückt weit auf - lange Bälle sind dann eine tödliche Waffe gegen die Borussenabwehr. Dieses Vabanque-Spiel muss aufhören, unbedingt schon gegen Köln. Denn der Kontertruppe vom Rhein spielte das genau in die Karten. Und eine Derby-Heimniederlagen würde die Stimmung auf den Punkt bringen, wie sie derzeit in Europa politisch vorherrscht. Um es vorsichtig zu sagen - das wäre nicht gut...

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5. Dezember 2015 6 05 /12 /Dezember /2015 19:12
Yann Sommer machte das Wunder vom Park erst möglich
Yann Sommer machte das Wunder vom Park erst möglich

Ja, Borussia holte letztes Jahr vier Punkte gegen Bayern. Ja, der Borussia-Park ist für die Bayern unangenehm. Und man gewann zuletzt mit 2-0 in München. Aber: damals war Bayern schon deutscher Meister, war Manuel Neuer nicht wirklich mit den Gedanken dabei und die Bayern ließen es auslaufen. Heute wollten die Bayern nicht verlieren, und sie ließen mit hohem Tempo die Borussia in der ersten Hälfte spüren, wer der Herr im Hause des Parks war. Es war einem überragenden Yann Sommer zu verdanken, dass die Borussia die Hälfte, in der der junge Elvedi gegen Coman überfordert war, überstehen konnte. Aber ein guter Trainer kann das Spiel lesen, und so schaffte es Andre Schubert erneut, die Mannschaft so umzustellen, dass die linke Abwehrseite nicht mehr so anfällig war und dass die Bayern viel früher gestört wurden. Das Kombinationsspiel wurde sicherer und die Angriffe gewannen tödliche Qualität. Unglaublich, mit welcher Ruhe die Gladbacher im Bayern-Strafraum bei den ersten beiden Toren und der Super-Chance durch Julian Korb den Ball zum beststehenden Mann zu bringen vermochten. Diese Tore sahen nach einem Plan aus, nach dem Selbstvertrauen, das man sich durch Erfolge einfach erspielt hat. Dass Wendt sein eigenes Tor mit der Hacke vorbereitete, dass Lars Stindl nach seinem Hoffenheim-Fehler gleich wieder in Killer-Manier auftrat und auch Korb so brilliant bediente, dass Johnson gegen einen Weltklassetorwart aus Halbrechts einnetzte, das ist schon fantastisch gewesen. Und so haben wir ein Adventsfest der besten Sorte bekommen. Jetzt nur nicht dran denken, wo das hinführt, sondern noch vier Spiele konzentriert bleiben und dann Weihnachten genießen. Das fünfte Türchen war wunderschön. Danke, Borussia!

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